zur Navigation springen

Härtere Gesetze gefordert : Keine Kontrollen gegen Abgas-Betrug

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Landtag will schärferes Vorgehen gegen Manipulationen bei LKW.

Der Abgas-Skandal in der Lkw-Branche hat den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Das Parlament forderte heute von der Landesregierung, sich beim Bund für schärfere Gesetze, mehr Kontrollen und bessere Kontrolltechnik gegen betrügerische Transportfirmen einzusetzen. „Gut 20 Prozent aller Lkw osteuropäischer Herkunft fahren mit manipulierten Abgaswerten“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dietmar Eifler. Er berief sich dabei auf eine Studie der Universität Heidelberg.

Vekehrsminister Christian Pegel (SPD) sagte zu den Folgen: „Die manipulierten Lkw haben deutlich negativere Auswirkungen auf die Umwelt als der VW-Dieselskandal.“ Die Umwelt werde mit bis zu 14  000 Tonnen Stickoxiden jährlich zusätzlich belastet.

Außerdem: Da die Maut nach Schadstoffklassen berechnet wird und manipulierte Fahrzeuge die Erreichung der Euro 1-Norm vorgaukeln, würden dem deutschen Fiskus durch den Betrug Schäden von 110 Millionen Euro im Jahr entstehen, rechnete der Minister vor. Hinzu kommen Wettbewerbsnachteile für Speditionen, die sich nicht am Betrug beteiligen.

Die Betrugsmasche ist einfach. Um Abgasnormen einhalten zu können, wird bei modernen Diesel-Lkw der Reinigungsstoff AdBlue in den Abgasstrang eingespritzt. AdBlue kostet allerdings 50 Cent pro Liter. Als betrügerische Alternative bauen Speditionen deshalb elektronische Emulatoren in die Fahrzeuge ein, die das AdBlue-System nicht nur ausschalten, sondern auch die Bordelektronik täuschen.

Das Entdeckungsrisiko ist gering. „Bisher erfolgen keine Kontrollen, obwohl Manipulationen via Bordelektronik leicht erkennbar wären“, heißt es im Antrag von SPD und CDU vor dem Landtag. Tatsächlich legt beispielsweise das Bundesamt für Güterverkehr den Schwerpunkt bei Kontrollen auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, nicht aber auf die Einhaltung der Abgasnormen.

Die umweltpolitische Sprecherin der Linken, Mignon Schwenke, verwies darauf, dass im Gegensatz zu Deutschland Abgas-Kontrollen in Polen wesentlich schärfer seien. Durch die Kontrollen im Nachbarland und dem stetig sinkenden Absatz von AdBlue in Europa, war die Betrugsmasche aufgefallen.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Mai.2017 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen