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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 22:35 Uhr

Keine Erfolgsgeschichte

vom

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2007 | 09:48 Uhr

Seit mehr als drei Jahren müssen Kassenpatienten zehn Euro Praxisgebühr beim Arzt im Quartal bezahlen. Bei ihnen, aber auch bei Ärzten steht das Modell nach wie vor in der Kritik. Zu Recht. Denn überzeugen konnte dieser Teil der Gesundheitsreform nicht. Zugegeben, die Patientenzahlen sind rückläufig, was zu einer gewissen Entlastung der Krankenkassen führte und der Gebühr angerechnet werden kann. So sank allein 2004, dem Einführungsjahr, die Zahl der Arztbesuche um acht Prozent. Die Statistik lässt allerdings offen, ob der Rückgang vor allem auf den Verzicht von Arztbesuchen bei Bagatellfällen, oder auf das Ausbleiben von sozial schwachen Patienten zurückzuführen ist. Zudem dürfen Nebeneffekte nicht unbeachtet bleiben, die die Einsparungen zum Teil wieder aufbrauchen. Denn bei vielen Krankheiten gilt bekanntlich: je später der Patient kommt, umso teurer wird die Behandlung.
Auch die Mediziner zahlen drauf. Der durch die Praxisgebühr verursachte Verwaltungsaufwand bei den Ärzten soll nach deren eigenen Angaben deutschlandweit 8,3 Millionen Arbeitsstunden im Jahr betragen. Zeit, die nicht bezahlt wird, und die für die Behandlung von Patienten nicht zur Verfügung steht. Den Krankenkassen geht es finanziell längst wieder besser als noch vor 2004. Über die Praxisgebühr sollte neu nachgedacht werden.

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