Keine Abstriche in Lehrausbildung

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Sozialpartner sichern Schulabgängern duale Ausbildung zu / Arbeitsamt: keiner bleibt auf der Strecke

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22. April 2020, 20:00 Uhr

Lichtblick für junge Leute: Wirtschaft und Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern wollen trotz Corona-Krise und drohender Rezession die reguläre betriebliche Erstausbildung in diesem Jahr durchziehen. Das neue Lehrjahr 2020/2021 solle ohne Abstriche starten. Darauf haben sich Sozialpartner, Kammern, Land und die Arbeitsverwaltung nach einem Online-Krisentreffen des Landesausschusses Berufsbildung in MV verständigt. Die Ausbildung werde auch im Corona-Jahr 2020 gesichert, erklärte Ausschuss-Chef und DGB-Nord-Vize Ingo Schlüter. In der Metallbranche hätten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften für den Fall der Fälle in verschiedenen Szenarien bereits auf Übergangslösungen verständigt.

Die Ausbildungsrahmenpläne sollen unverändert Bestand haben und die Lehrinhalte je nach Bedarf auch mit geänderten Ausbildungsabläufen gesichert werden. Auch die Angebote der über die Arbeitsverwaltung finanzierten berufsvorbereitenden Förderprogramme sollen während und nach der Krise stärker genutzt werden.

Vor allem in den von der Corona-Krise stark betroffenen Branchen wie in der Hotel- und Gaststättenbranche, im Tourismus oder auch im Handel steht für viele Unternehmen die Berufsausbildung auf der Kippe.

Noch seien die Auswirkungen nicht abschätzbar, meinte Schlüter. Inzwischen hat in MV aber etwa ein Viertel der dazu berechtigten 46 900 Unternehmen in MV Kurzarbeit beantragt, bundesweit hunderttausende Betriebe. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte vor deutlichen Einbrüchen bei der Berufsausbildung gewarnt und sah Tausende Lehrstellen bedroht. Experten rechnen damit, das auch in MV Ende April die Auswirkungen spürbar würden. Bis Ende März hatte die IHK Rostock im Vergleich zum Vorjahr noch einen Zuwachs an neuen Ausbildungsverhältnissen registriert, auch in den gastronomischen und gewerblich-technischen Berufen. „Für April sehen wir aber eine angezogene Bremse beim Neuabschluss von Ausbildungsverträgen“, sagt IHK-Bildungsexpertin Berit Heintz.

Der Berufsnachwuchs wird gebraucht: Auch die derzeit schwierige Lage ändere nichts daran, dass Fachkräfte weiter gesucht werden, erklärte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Landesarbeitsagentur: „Kein Jugendlicher soll auf der Strecke bleiben.“ Die jungen Leute und Schulabgänger seien gut beraten, sich zu bewerben – schriftlich, per Telefon, online oder per Video-Bewerbung. „Nicht abwarten sondern loslegen ist das Gebot der Stunde“, meinte Haupt-Koopmann – auch wenn es für manche Ausbildungsentscheidung der Unternehmen möglicherweise etwa Geduld benötige.

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