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Jamel rockt den Förster : Kein Platz für Neonazis

vom
Aus der Onlineredaktion

Seit Jahren stemmt sich das Ehepaar Lohmeyer in Jamel gegen zahlreiche Neonazi-Nachbarn. Zum elften Mal fand am Wochenende ihr Festival „Jamel rockt den Förster“ statt - erstmals ohne dass die Bands vorher bekannt gegeben wurden.

Rätselraten beim diesjährigen Musikfestival „Jamel rockt den Förster“: Um den politischen Charakter wieder stärker hervorzuheben, hatte sich das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer in diesem Jahr gegen Werbung mit großen Bandnamen entschieden. Welche Bands spielen würden, blieb bis zum Auftritt geheim. Die Leute sollten aus politischen Motiven kommen, nicht den Bands hinterherreisen, sagte Birgit Lohmeyer.

Der Plan ging auf: Das Fest in dem kleinen Dorf bei Wismar sei schon Monate im Voraus ausgebucht gewesen, hieß es. Die Gruppen spielen kostenlos, die Einnahmen kommen der Festivalorganisation zugute.

Schon seit elf Jahren veranstalten die Lohmeyers auf ihrem Grundstück das Festival, um der starken rechtsextremen Szene, die den Ort bundesweit bekannt gemacht hat, etwas entgegenzusetzen.

Es sei das vielleicht wichtigste Festival in Deutschland, sagte Bela B, Schlagzeuger und Sänger der Ärzte, der die Verastaltung am Freitag als Moderator eröffnete. Nicht viele Festivals würden etwas wie Jamel bieten und sich mit Kunst gegen Rechts wehren. Im Laufe des Abends spielten dann unter anderem Die Sterne und Slime aus Hamburg sowie Kraftklub aus Chemnitz.

Am Samstag traten Schnipo Schranke, Schrottgrenze und die NDW-Band Fehlfarben auf. Für den Hauptact in der Nacht wurden unter den Gästen die Beatsteaks hoch gehandelt - und die Gäste wurden nicht enttäuscht. Neben ihren eigenen Hits spielte die Band aus Berlin auch Coverversionen. Den Queen-Klassiker „I Want To Break Free“ leitete Sänger Arnim Teutoburg-Weiß mit Blick auf die Neonazi-Nachbarn der Lohmeyers mit den Worten ein: „Wir möchten gerne einen speziellen Song spielen, für die ganzen homophoben Typen in diesem Land - zum Beispiel im Haus nebenan.“ Am Samstagnachmittag hatte auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) das Gelände des Festivals gegen Rechts besucht. „Hier in Jamel ist kein Platz für Nazis, in unserer Gesellschaft insgesamt nicht. Das unterstützen alle, die heute zum Festival gekommen sind“, sagte sie laut vorab verbreiteter Mitteilung. „Setzen wir ein starkes Zeichen für eine bunte, vielfältige Gesellschaft, gegen Hass und Gewalt!“ Schwesig war in den Vorjahren schon mehrfach auf dem Forsthof Jamel zu Gast und ist Schirmherrin der Veranstaltung.

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