Verkehr : Kein Interesse an Elektro-Autos in MV

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Nur 14 Zulassungen von Autos mit Elektroantrieb landesweit im ersten Halbjahr 2014.

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18. Juli 2014, 11:50 Uhr

Nach Plänen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen bis 2020 eine Million Elektro-Autos über Deutschlands Straßen rollen. Doch das Fahrzeug der Zukunft kommt in Mecklenburg-Vorpommern einfach nicht in Fahrt. Wie aus der Statistik des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht, wurden im ersten Halbjahr 2014 lediglich 14 Autos mit Elektroantrieb landesweit zugelassen. Hinzu kommen 172 Hybridfahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotor. Gemessen an der Zahl aller 17604 neuen Autos, die in den ersten sechs Monaten im Nordosten eine Zulassung erhielten, ist der Anteil der stromangetrieben Fahrzeuge mit 0,08 Prozent verschwindend gering. Das Interesse an E-Mobilität nimmt in Mecklenburg-Vorpommern sogar ab. Im gesamten Jahr 2012 wurden noch 42 Elektro-Autos neu zugelassen, 2013 waren es nur noch 32.

Für Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) ist der hohe Anschaffungspreis ein Grund für das Desinteresse an E-Autos im Land. „Hinzu kommt die noch nicht ausreichende Praktikabilität“, sagte er gegenüber unserer Redaktion. So sei die Reichweite für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern zu gering. Zudem gebe es für Stromer noch zu wenig öffentliche Ladestationen.

Bereits 2011 hatten sich SPD und CDU im Koalitionsvertrag verpflichtet, dass „die Elektromobilität im Rahmen der Verkehrsplanung in Mecklenburg-Vorpommern auf ihre Wirksamkeit geprüft und entsprechend umgesetzt“ wird. In der kommenden Woche will Pegel eine neue Initiative starten und einen Landeswettbewerb zur klimafreundlichen Mobilität ausloben. Um die Nutzung von Elektro-Fahrzeugen attraktiver zu gestalten, schlägt Pegel Privilegien für E-Autos wie das Vorhalten von Parkplätzen in Städten oder das Mitbenutzen von Busspuren vor.

Bundesweit wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 4 188 Elektro- und 13 815 Hybridautos zugelassen – bei insgesamt 1 538 268 Neuzulassungen.

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