Nord- und Ostsee : Kein Ende im Streit um Traditionsschifffahrt

Etwa 110 Traditionssegler und Museumsschiffe wären von der neuen Verordnung betroffen.
Etwa 110 Traditionssegler und Museumsschiffe wären von der neuen Verordnung betroffen.

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06. Mai 2017, 16:00 Uhr

Zu Beginn der diesjährigen Hauptsaison auf Nord- und Ostsee sieht der Dachverband der deutschen Traditionsschiffe keine Entspannung in wesentlichen Fragen der geplanten und umstrittenen Sicherheitsverordnung. Der Entwurf des Bundesverkehrsministeriums, der teure Umbauten und strenge Anforderungen an die Seediensttauglichkeit oder medizinische Ausbildung der Besatzungen festlegt, liege derzeit in Brüssel, sagte Verbands-Vizechef Nikolaus Kern. „Mit diesem Entwurf können wir nicht leben“, sagte er. Mit der Verordnung sollen bauliche Beschaffenheit, Brandschutz und Ausrüstung sowie Qualifikationen der Crews strenger geregelt werden. Bei der Einlaufparade zum Hamburger Hafengeburtstag gestern machten mehrere Traditionssegelschiffe mit gehissten Transparenten auf die unsichere Zukunft aufmerksam.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte jüngst gesagt, dass ihm sehr am Erhalt der Traditionsschifffahrt gelegen sei. Die Schiffe sollten das Bild der Häfen weiter prägen. Allerdings müssten bei der Personenbeförderung ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet sein. Für den 23. Mai sind in Berlin weitere Gespräche mit Schiffseignern, Verbänden und Vereinen vorgesehen. Dort könne auch über eine finanzielle Förderung gesprochen werden.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Entwurf noch einmal geändert wird und dann neu nach Brüssel gegeben wird“, erwiderte Kern. Problematisch seien insbesondere die baulichen Veränderungen in den alten Schiffen, die teils technisch unmöglich oder nur mit erheblichem finanziellen Aufwand zu machen sind. Von der Verordnung sind laut Kern etwa 110 Schiffe im Norden betroffen, 90 Prozent seien nun in ihrer Existenz bedroht.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Lietz aus Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich dagegen überzeugt, dass es zu einem weiteren Gespräch zwischen den Verbänden und dem Ministerium kommen werde, wenn die Notifizierung abgeschlossen ist. 

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