Philipp Amthor : „Kein Angriff auf die Bundeskanzlerin“

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13. Februar 2018, 05:00 Uhr

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine personelle Erneuerung in Partei und Regierung angekündigt. Über Merkels Absichten sprach unser Korrespondent Benjamin Moscovici mit dem vorpommerschen CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor.

Die Kanzlerin will mehr junge Gesichter an den Kabinettstisch holen. Reicht das für die Erneuerung der Partei?
Amthor: Die CDU muss sich als Volkspartei präsentieren, dazu gehören auch neue Leute. Es ist gut, dass die Kanzlerin jetzt auf diese Forderungen eingegangen ist und personelle Erneuerung verspricht. Aber die Personaldebatte, die wir jetzt führen, stößt natürlich bei vielen Menschen auf Unverständnis.

Welche neuen Köpfe würden Sie gerne am Kabinettstisch sehen?
Es steht mir nicht zu, der Kanzlerin zu sagen, wen sie ins Kabinett holen soll. Aber es gibt in der Partei und der Fraktion viele sehr fähige Leute, die durchaus das nötige Format hätten. Jens Spahn, Carsten Linnemann und Paul Ziemiak, um nur ein paar zu nennen. Spahn wäre für einen Ministerposten absolut geeignet.

Im Wahlkampf galten Sie als treuer Merkel-Anhänger. Stellen Sie sich jetzt auf die Seite der Kritiker, die personelle Erneuerung fordern?
Nein. Die Diskussion über die Besetzung von Kabinettsposten und die Ausrichtung der Partei sind kein Angriff auf die Bundeskanzlerin. Ich schätze Frau Merkel sowohl als Wahlkreisnachbarin als auch als Parteivorsitzende sehr. Sie hat mich im Wahlkampf immer unterstützt und mir geholfen, das Direktmandat zu gewinnen.

Naht das politische Ende der Kanzlerin?
Wir müssen anfangen, darüber nachzudenken, wie wir die Zeit nach Merkel gestalten wollen. Die Kanzlerin sagt selber: Wer zwölf Jahre Kanzler war, wird wohl kaum weitere zwölf Jahre regieren. Dazu müssen junge Leute und mehr konservative Stimmen gefördert werden. Das heißt aber nicht, dass wir die Kanzlerinnenfrage stellen.

Die Peene-Werft darf ihre Patrouillenboote wie vereinbart an Saudi Arabien liefern. Aufatmen bei den Werftarbeitern?
Die Vertrauensschutzklausel, auf die sich Union und SPD verständigt haben, ist sehr wichtig für uns. Die bereits geschlossenen Verträge dürfen abgewickelt werden.
 

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