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Hygieneprobleme am Kneipentresen : Keimiges Bier am Zapfhahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kontrolleure entdecken Keime und Bakterien im Pils

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Hygieneprobleme am Kneipentresen: Bei Kontrollen in Gaststätten und auf Fahrgastschiffen in MV haben Lebensmittelchemiker in fast jeder zweiten Bierprobe überhöhte Bakterien- oder Keimwerte festgestellt. Zudem sind Kontrolleuren in Gaststätten, Restaurants und Schankwirtschaften eine Reihe von Hygiene- und Reinigungsmängeln am Schanktisch, aber auch bauliche Mängel in Getränkelagern aufgefallen, geht aus dem Verbraucherschutzbericht des Landes hervor. So seien beim Test von 36 Bieren aus Gaststätten im vergangenen Jahr 14 Proben beanstandet worden. Bei fünf Tests seien so genannte coliforme Keime entdeckt worden, in zwei Fällen mit mikrobiologisch nachteiliger Beeinflussung des Bieres – ein Hinweis auf Hygienemängel, heißt es beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Gelangen coliforme Keime in den Verdauungstrakt, können sie Magenverstimmungen und Durchfälle auslösen. In fünf Proben hätten die Chemiker zudem erhöhte Keimzahlen bemängelt, die vor allem auf Milchsäurebakterien zurückzuführen seien – offenbar wegen mangelhafter Reinigung und Desinfektion der Schankanlagen. Defizite auch auf Fahrgastschiffen: Dort seien in elf von 17 Bierproben von Pils unterschiedlichster Hersteller erhöhte Keim- und Bakterienwerte analysiert worden.

Gesundheitliche Bedenken sehen Lebensmittelchemiker aber nicht: Die Keimkonzentration sei in keiner Probe krankmachend gewesen, beruhigte das Amt. Bakterien gebe es in jedem Lebensmittel. In den beanstandeten Fällen seien die zulässigen Keimzahlen überschritten worden, was auf Hygienemängel deute.

Die Tester werden immer wieder fündig: Bei 66 Kontrollen von Getränkeschankanlagen und -lagern seien sie in drei Fällen auf Hygieneverstöße auf Schanktischen und in Zapfanlagen gestoßen. In sechs Fällen habe die Reinigung und Desinfektion zu wünschen übrig gelassen. Die beanstandeten Bierproben seien „Einzelfälle“, meinte Matthias Dettmann, Chef des Hotel- und Gaststättenverbandes MV: In den Gasthäusern in MV könne „jeder in Ruhe sein Bier trinken“. Die Branche dulde keine schwarzen Schafe. Die müssten konsequent bestraft werden. Das schließe auch die Schließung einer Gaststätte nicht aus.  

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