Gesundheit : Keime widerstehen Antibiotika

23-57205862.JPG

Die Zahl der Todesfälle durch gefährliche Krankenhauskeime in MV ist gestiegen. Lebensbedrohlich sind sie insbesondere für ältere Menschen.

von
18. März 2015, 21:35 Uhr

Allen Hygienebemühungen zum Trotz steigt in MV die Zahl der Todesfälle durch gefährliche Krankenhauskeime. Wie aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, waren multiresistente Erreger im Vorjahr Ursache für  den Tod von 17 Menschen. 2013 gab es laut Ministerium elf, im Jahr 2012 nur sieben keimbedingte Todesfälle. 2011 waren es zehn. Die Gesundheitsexpertin der Linksfraktion, Karen Stramm, forderte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV mehr Anstrengungen zur Eindämmung der lebensbedrohlichen Infektionen, die mit Antibiotika meist nicht behandelt werden können. Stramm verwies auf Erhebungen im Auftrag des Bundestags, nach denen MV mit knapp neun Fällen auf 100  000 Einwohner nach Berlin die höchste Rate bei Neuinfektionen habe. Der bundesdeutsche Durchschnittswert liege bei 5,3. Stramm rief die Landesregierung auf, der Frage nachzugehen, ob durch Gülle auf Feldern die Gefahr der Keim-Resistenz vergrößert worden sein könnte. Solche Zusammenhänge legten wissenschaftliche Untersuchungen nahe.

Insgesamt meldeten Krankenhäuser, Ärzte und andere medizinische Einrichtungen in MV  im Vorjahr 132 Fälle, in denen Patienten mit multiresistenten Erregern infiziert waren. Das waren etwas weniger als in den beiden Vorjahren. Die Behörden gehen von einer „hohen Meldedisziplin“ aus.

Wie aus der Antwort auf die Kleine Anfrage hervorgeht, strebt der Bundesgesetzgeber eine Ausweitung der Meldepflicht für multiresistente Keime an. Dafür liege ein Referentenentwurf vor. Die Landesregierung hat das Infektionsschutzausführungsgesetz überarbeitet. Über die Novelle will der Sozialausschuss im Landtag nächste Woche mit Fachleuten beraten. Auch im Land soll die Meldepflicht erweitert werden. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen