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Hund verfolgt Keiler – Herrchen von Hubschrauber gerettet : Keiler machen Mecklenburg unsicher

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Ein Jagdhund hat bei Malchin ein Wildschwein über zugefrorene Sümpfe verfolgt und sein Herrchen auf gefährliches Terrain gelockt. Ein Polizeihubschrauber und Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Jäger zu retten.

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erstellt am 02.Apr.2013 | 08:10 Uhr

Malchin | Saujagd nach einem Kneipenabend: Eine große Überraschung zu Ostern erlebte ein 46-jähriger Mann in Malchin. Nachdem dieser den Sonntagabend in der örtlichen Gaststätte bei ein paar Bierchen und Köm verbrachte, hatte er auf dem Nachhauseweg ein ungewöhnliches Erlebnis. Eigentlich wollte er lediglich mit seinem Hund spazieren gehen, behauptete der Mann später bei der Polizei. Doch der Vierbeiner bemerkte einen Keiler und verfolgte diesen mutig. "Das Herrchen wollte den Hund nicht verlieren und lief diesem hinterher", erklärt Andreas Siegel, Polizeioberkommissar in Malchin. Die Jagd führte den Mann über eingefrorene Sümpfe. Er konnte sich auf eine kleine Insel retten und blieb dort mit dem Hund sitzen. "Der Mann war froh, in dem Überschwemmungsgebiet dieses sogenannte Sandland gefunden zu haben und hat dann mit seinem Handy die Polizei gerufen", so Siegel weiter. Ein Polizeihubschrauber sowie etliche Feuerwehrleute und Polizeibeamte machten sich auf die Suche nach dem 46-Jährigen. Der eingesetzte Hubschrauber fand den Mann und den Hund auf der Insel und lotste die Feuerwehrleute dorthin. "Nachdem wir den Mann gefunden hatten, brachten wir ihn ins Krankenhaus, weil er doch ziemlich unterkühlt war. Dabei stellten wir fest, dass der Mann alkoholisiert war", berichtet der Polizeioberkommissar, der infolge dessen versuchte die verwirrenden Aussagen des Mannes richtig zu deuten. 1,7 Promille Alkohol hatte der Mann im Blut und war trotzdem noch mit seinem Auto zu dem Überschwemmungsgebiet gefahren. "Wir werden eine Anzeige erstellen und der Mann wird seinen Führerschein abgeben müssen", erklärt Siegel. Das Wildschwein sei seit dem Abend nicht mehr gesehen worden. "Wer weiß, wo es jetzt langläuft. In unserer ländlichen Gegend muss man auf so etwas gefasst sein", so der Polizeioberkommissar.

Bereits vergangene Woche sorgte ein Wildschwein im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf für Aufregung. Ein Keiler stürmte geradewegs in eine Bäckerei. Am frühen Morgen stand dieser vor dem Geschäft und ging durch die Automatiktür hinein. Gut zwei Minuten habe das Tier in der Bäckerei "wilde Sau" gespielt und die Wände beschmutzt, bevor es mit dem Eintreten eines neuen Kunden flüchtete.

Ein solches Zusammentreffen von Wildschwein und Menschen, wie es in Rostock geschehen ist, sei sehr ungewöhnlich, erklärt Volker Böhning, Präsident des Landesjagdverbandes. "Keiler sind vor allem nachtaktiv. Am Tag brauchen sich Menschen eigentlich keine Gedanken machen", so Böhning. Dies könne nur geschehen, wenn das Wildschwein angelockt werde, beispielsweise durch Essensabfälle. Vorsicht sei jedoch bei den weiblichen Wildschweinen, den Bachen, geboten, informiert der Jäger. "Die Bachen sind besonders dann aggressiv, wenn sie Junge bekommen haben. Dann greifen sie auch schon mal am Tage einen Menschen an, um ihre Jungen zu beschützen." Die männlichen Wildschweine wollen sich nur wehren. "Wenn ein Spaziergänger einem Wildschwein begegnet, dann sollte dieser sich einfach ruhig in die entgegengesetzte Richtung bewegen und nicht zu hastig und nervös reagieren. Man darf bloß keine Angst zeigen", erklärt der Jäger.

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