Jugendgeschichtstag in Schwerin : Kaum weibliche Straßennamen

Die Theodor-Fontane-Schule aus Dobbertin präsentierte im Landtag Volkstänze aus Mecklenburg-Vorpommern.
Die Theodor-Fontane-Schule aus Dobbertin präsentierte im Landtag Volkstänze aus Mecklenburg-Vorpommern.

Jugendliche präsentieren Forschungsergebnisse und zeigen Volkstänze

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21. November 2017, 20:45 Uhr

Nur 20 der 180 personenbezogenen Straßennamen Schwerins sind weiblich. Dieses Forschungsergebnis präsentierten der Alternative Mädchentreff und die Jugendbegegnungsstätte Jampoint aus Schwerin gestern auf dem diesjährigen Jugendgeschichtstag.

„Nur zwei der zwanzig Frauenstraßennamen haben lokalen Bezug“ , zeigte Vorstandsmitglied Franziska Helbig-Fischer vom Alternativen Mädchentreff auf. Dazu gehöre die Marie-Hankel-Straße, die der Schweriner Dichterin gewidmet ist.

Insgesamt fanden 17 lokalhistorische Projekte, an denen 150 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 21 Jahren von April an mitwirkten, ihren feierlichen Abschluss im Landtag. Neben der Suche nach berühmten Frauen bei Schweriner Straßennamen kümmerten sich andere Jugendprojekte beispielsweise um das Leben und Wirken des Landesrabbiners William Wolff, um die Mobilität im ländlichen Raum oder den Bildhauer Ernst Barlach.

Bei der jugendlichen Forschungsarbeit entstanden Ausstellungen, Präsentationen und Filme. Pro gefördertem Projekt stand ein Etat von 1100 Euro im Rahmen des Förderprogramms Zeitensprünge zur Verfügung. Dirk Siebernik vom Landesjugendring zeigte sich erfreut, da seit dem ersten Jugendgeschichtstag 2005 bereits 6000 Kinder teilnahmen.

Auf der Abschlusssfeier kam es zu ungewöhnlichen Szenen im Plenarsaal des Landtags. Neun Schüler und zwei Lehrerinnen der Förderschule Theodor-Fontane-Schule aus Dobbertin tanzten in Trachten den „Fröhlichen Kreis“ und „Mecklenburger Kegel“. Wer später Genaueres wissen wollte, konnte sich an einem Projektstand zu historischen und heutigen Tänzen näher informieren.

Die 2. Vizepräsidentin des Landtags, Mignon Schwenke, lobte die Arbeit der Kinder: „Es ist wichtig, ein Gefühl für die Familie und Herkunft anhand der Erzählungen von Großeltern zu erhalten, da auf diesem Wege Verbundenheit und Identität entstehen kann.“

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