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30 Prozent der Kita-Kinder mit Entwicklungsverzögerungen : Kaum Sport, dafür dallern

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Bei rund 30 Prozent der Kita-Kinder in MV sind Entwicklungsverzögerungen festgestellt worden. Diese können in der Grob- oder Feinmotorik, sowie in der Sozial- oder Sprachentwicklung auftreten.

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erstellt am 10.Feb.2013 | 06:35 Uhr

Rostock | Bei rund 30 Prozent der Kita-Kinder in MV sind einer Untersuchung der Universität Greifswald zufolge Entwicklungsverzögerungen festgestellt worden. Diese können in der Grob- oder Feinmotorik, sowie in der Sozial- oder Sprachentwicklung auftreten, sagte Wolfgang Hoffmann, Leiter des Instituts für Community Medicine, am Samstag bei einer Tagung des Sozialministeriums "Für die Kleinsten das Beste - Kindertagesförderung in MV" in Rostock.

Vermutlich seien diese Werte auch auf die anderen Bundesländer übertragbar, sie würden dort nur nicht erhoben. MV sei das einzige Bundesland, dass nach standardisierten Methoden Daten über den Entwicklungsstand der drei- bis sechsjährigen Kinder erhebe. Erste Ergbnisse deuteten auch darauf hin, dass mit gezielter Förderung die Zahl der Kinder mit Verzögerungen gemindert werden kann.

"MV wird auch weiterhin in seine jetzt schon sehr gut ausgebaute Kita-Landschaft und die Tagespflegeeinrichtungen investieren", sagte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) vor den rund 250 Erzieherinnen und Erziehern sowie Trägern der Kindertageseinrichtungen. Ihr sei wichtig, "auch die Meinungen und Anregungen derjenigen zu hören, die in der Praxis tätig sind. Die Erzieherinnen und Erzieher sind es, die tagtäglich eine wertvolle und wichtige Arbeit für unsere Kinder leisten. Sie können am besten beurteilen, was gut für die Kinder ist", meinte die Ministerin.

Schwesig wies darauf hin, dass Mecklenburg-Vorpommern mit einer 95-prozentigen Förderungsquote bei den Drei- bis Sechsjährigen und 54 Prozent bei den bis zu Dreijährigen einen Spitzenplatz im Bundesvergleich belege. Knapp 100 000 Kinder profitierten von der Kindertagesförderung. Mit der 76-prozentigen Förderung der ein- bis dreijährigen Kinder werde die mit dem Investitionsprogramm verfolgte deutschlandweite Betreuungsquote (39 Prozent) deutlich überschritten.

Laut Hoffmann habe sich gezeigt, dass vorwiegend Kinder aus bildungsfernen Familien von den Entwicklungsverzögerungen betroffen sind. Sie hätten teilweise Eltern, die selbst mit ökonomischen und sozialen Problemen leben müssten. "Diese Kinder mit Verzögerungen sind also nicht gleichmäßig über alle gesellschaftlichen Schichten verteilt, es gibt einen starken sozialen Gradienten", betonte er.

Zudem gebe es Tendenzen, dass sich Kinder nicht mehr so intensiv wie früher bewegen und Sport treiben, wie es für eine gesunde Entwicklung nötig wäre. "Wenn sie den Tag vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen, dann können sie halt nicht ruhig sitzen oder rückwärts laufen", sagte Hoffmann. Wichtig sei die Erkenntnis, dass der Kitabesuch einen positiven Entwicklungsfaktor für die Kinder darstelle, 96 Prozent der Kinder in MV besuchen eine Kita. "Die Erzieherinnen fördern unheimlich viel. Wenn wir keine Kitas hätten, sähen die Werte wesentlich schlimmer aus."

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