Strände in MV : Kaum Probleme mit aufdringlichen Fotografen

23-89848637.JPG

Mit dem Smartphone ein Urlaubs-Strandbild für die Daheimgebliebenen machen, wer kennt das nicht? Heutzutage sind Kameras auch am Strand allgegenwärtig. Probleme bemerken die Kurverwaltungen aber kaum.

von
25. Juni 2017, 21:00 Uhr

Im vergangenen Jahr war es ein Aufreger: Die Kurverwaltung des Ostseebades Boltenhagen hatte Schilder mit durchgestrichenen Fotokameras an den Strandzugängen anbringen lassen.

Als Foto-Verbot sollte das laut Kurverwaltung zwar nicht gemeint sein, vielmehr als Hinweis, die Privatsphäre anderer zu achten. Doch trotzdem sorgten die kleinen Schilder für Aufregung. Probleme mit Kameras und unerwünschten Fotografieren seien aber selten, berichteten schon damals Rettungsschwimmer.

Ein Jahr später sieht die Situation kaum anders aus. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Kurverwaltungen und Schwimmbadbetreibern ergab, dass diese kaum Probleme mit dem Phänomen registrieren. Einschränkungen über die ohnehin geltenden Gesetze hinaus würden nur selten ausgesprochen.„Gegen Fotografieren hat keiner was - außer am FKK-Strand“, sagte Stephan Zellmann von der Kurverwaltung des Ostseebades Dierhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen). Und wer Fremde fotografieren wolle, solle eben „einfach fragen“. Ein viel größeres Problem seien nicht angeleinte Hunde, die außerhalb des Hundestrands unterwegs seien.

Auch in der Feldberger Seenlandschaft gebe es kaum Probleme mit aufdringlichen Fotografen, hieß es von der Kurverwaltung. Gäste wahrten die Distanz.

In der Müritztherme in Röbel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) wird per Hinweistafel auf das Foto-Verbot im Saunabereich hingewiesen. Beschwerden habe es aber keine gegeben: „Wir machen das präventiv“, sagte Geschäftsführer Marco Lüders.

Der Hansedom Stralsund geht einen anderen Weg: „Im Sauna-Ruhebereich können wir Tablets und Smartphones gar nicht mehr verbieten“, sagte Geschäftsführer Dirk Höft. Wer sein Gerät mitnehmen möchte, müsse auf die Kameralinsen einen gut sichtbaren roten Punkt kleben. Bei Verstößen drohe Hausverbot, sagte Höft. Generelle Verbote wolle aber auch das Stralsunder Bad nicht aussprechen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen