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Zwangsversteigerungen in MV : Kaum noch Häuser unterm Hammer

vom
Aus der Onlineredaktion

Zahl der Zwangsversteigerungen in MV in nur vier Jahren halbiert

von
erstellt am 28.Jan.2017 | 05:00 Uhr

An den Gerichten Mecklenburg-Vorpommerns sinkt die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien rasant. 808 Versteigerungstermine im vergangenen Jahr waren ein Minus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre, teilte der auf Immobilien spezialisierte Fachverlag Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf auf Anfrage unserer Redaktion mit. Im Vergleich zu 2012, als noch 1694 Eigenheime, Grundstücke und Betriebsobjekte im Nordosten unter den Hammer kamen, hat sich die Zahl der Termine sogar halbiert.

Für das Amtsgericht Schwerin ist aktuell nur ein einziger Termin bis März auf zvg.com, einem Informationsportal für Zwangsversteigerungen, aufgelistet. Für das Amtsgericht Rostock sind es acht Termine.

„Die niedrigen Zinsen und die damit verbundene anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien sind der Grund für den Rückgang“, sagte Axel Mohr, Argetra-Geschäftsführer.

So konnten Banken und Eigentümer bei etwa der Hälfte der verschuldeten Immobilien die Zwangsversteigerung durch freihändigen Verkauf abwenden. Das niedrige Zinsniveau hätte zudem Umfinanzierungen ermöglicht, die den Schuldnern aus ihrer Misere halfen, schätzte Mohr ein.

Im vergangenen Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern Immobilien im Wert von 106 Millionen Euro bei Zwangsversteigerungen aufgerufen worden. Im Jahr zuvor hatte diese Zahl noch bei 111 Millionen Euro gelegen.

Doch während die Nachfrage die Preise auf dem Immobilienmarkt in die Höhe treibt, würden sich bei Zwangsversteigerungen immer noch lukrative Objekte finden lassen, meinte Mohr. Denn häufig bleiben die amtlichen Bewertungen hinter den den rasch steigenden Marktpreisen zurück.

Bundesweit sind 2016 etwa 31000 Zwangsversteigerungen an deutschen Amtsgerichten angesetzt worden – etwa 7000 weniger als noch 2015. Dabei sind Immobilien im Wert von 4,85 Milliarden Euro aufgerufen worden. Im Jahr zuvor hatte diese Zahl bei etwa 6,03 Milliarden Euro gelegen.

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