Trendwende in MV : Kaum neue Biogasanlagen

Biogasanlage in Boderstorf
Biogasanlage in Boderstorf

Die Goldgräberstimmung in der Branche ist der Ernüchterung gewichen.

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05. März 2018, 12:00 Uhr

Der Boom ist vorerst vorbei: In Mecklenburg-Vorpommern entstehen kaum noch neue Biogasanlagen. Wurden im Jahr 2010 noch 25 Anlagen in Betrieb genommen und 2012 sogar 45, so waren es 2015 nur noch 10 und in den Jahren 2016 und 2017 zusammen nur noch 5. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor.

Der Grund: Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 2014 wurde die Vergütung für Biomasseanlagen drastisch abgesenkt. „Aktuell ist davon auszugehen, dass die zurückgeführte EEG-Vergütung von Biogasanlagen deren Bau und Bestand nicht mehr hinreichend anzureizen vermag“, lautet das Fazit des Agrarministeriums.

Derzeit sind im Nordosten fast 170 Biogasanlagen in Betrieb. Ihre Zukunft ist offen. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum in Leipzig stellte fest: „Aufgrund der Kostenstrukturen im Bereich der Bioenergie kann davon ausgegangen werden, dass Biomasseanlagen nicht ausschließlich mit dem an der Börse zu erlösenden Strompreis arbeiten können.“ Die Anlagen seien auf eine Anschlussförderung angewiesen, wenn ihre auf 20 Jahre angelegte EEG-Förderung ausläuft. Dies beginne bereits 2020. Ohne Anschlussregelung müsse davon ausgegangen werden, dass der überwiegende Teil der Anlagen stillgelegt werde. Für Mecklenburg-Vorpommern geht das Zentrum von einer Halbierung der Kapazitäten in den nächsten zehn Jahren aus, sollte es nicht zur Anschlussförderung kommen.

Das Problem: Etliche der Biogasanlagen im Nordosten sind an Nahwärmenetze angeschlossen. Diese seien ohne eine auskömmliche Einspeisevergütung für den Strom aus den Biogasanlagen in ihrem Weiterbetrieb gefährdet. Vor diesem Hintergrund sieht das Energieministerium Handlungsbedarf auf Bundesseite.

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