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Finanzen : Kaum jeder Zweite sorgt fürs Alter vor

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Rostock und Schwerin haben sogar drei Viertel keine private Altersvorsorge

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Die Menschen im Nordosten Deutschlands sind bundesweit die Schlusslichter bei der privaten Altersvorsorge. Zu diesem Ergebnis kommt die Comdirekt Bank in ihrem „Deutschland-Atlas Anlageverhalten“, für den mikrodemografische Daten zur Altersvorsorgeaffinität auf Kreis- und Stadtebene ausgewertet wurden.

Den Bankexperten zufolge zeigt in Mecklenburg-Vorpommern und nahezu ganz Brandenburg nicht einmal jeder Zweite ein Bewusstsein für die Wichtigkeit von Altersvorsorge. Zugleich lebten hier aber deutlich weniger Kinder als im Bundesdurchschnitt – eine riskante Kombination vor allem dann, wenn Eltern zum Pflegefall würden.

Daniel Schneider, Leiter Investing bei Comdirekt, führt das geringe Interesse an privater Altersvorsorge einerseits auf Unsicherheit darüber zurück, wie das verfügbare Budget ohne Wertverlust angelegt werden kann. Vor allem aber sei es dem niedrigeren Einkommensniveau in den ostdeutschen Bundesländern geschuldet.

Mit 16 874 Euro erreichte 2013 das verfügbare Einkommen je Einwohner im Nordosten 82,4 Prozent des Bundesdurchschnitts (20 478 Euro). Zahlen des Statistischen Amtes zufolge kann der Durchschnittsdeutsche deshalb auch doppelt so viel Geld zurücklegen wie Mecklenburger und Vorpommern. Während 2013 hierzulande pro Einwohner 933 Euro gespart wurden, waren es im Bundesdurchschnitt 1912 Euro.

Auch der Durchschnitt der ostdeutschen Bundesländer mit jährlichen Ersparnissen von immerhin 1152 Euro lag deutlich über der Sparrate hier im Land.

Nach den Zahlen der Comdirekt Bank liegen die 38 Kreise mit der geringsten Altersvorsorge-Rate allesamt im Osten Deutschlands. In Rostock und Schwerin sorgen demnach drei Viertel der Einwohner nicht privat fürs Alter vor (75,6 bzw. 75,1 Prozent). Schlechter ist die Situation nur noch in Cottbus, wo nicht einmal ein Fünftel (17,9 Prozent) für das Alter spart.

Auch mehrere Landkreise Mecklenburg-Vorpommerns rangieren derzeit unter den zehn Regionen mit der geringsten Vorsorgerate: Für 72,7 Prozent der Einwohner in Vorpommern-Greifswald, 70,7 Prozent in der Mecklenburgischen Seenplatte und 69 Prozent in der Region Vorpommern-Rügen ist private Altersvorsorge kein Thema.

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