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Mecklenburg-Vorpommern : Kaum Fortbildung für Seiteneinsteiger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Folge: Unbefristete Verträge an Schulen sind kaum zu bekommen

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 08:52 Uhr

Sie waren Wirtschaftsjurist, Diplomchemiker, Katechet, Hochseefischer, Krankenpfleger, Apotheker oder Diplomsportlehrer, bevor sie mit einem Vertrag auf Zeit in einer Schule eingestellt wurden. Immer mehr Seiteneinsteiger ohne klassische Lehrerausbildung unterrichten in Mecklenburg-Vorpommern.

Um einen unbefristeten Vertrag zu bekommen, müssten sie sich allerdings weiterbilden. Da das Bildungsministerium nicht ausreichend Kurse dafür anbietet, müssen viele dieser Zusatz-Lehrer nach einem Jahr die Segel streichen, kritisiert die Bildungsexpertin der Linkspartei im Landtag, Simone Oldenburg

Im ersten Halbjahr des laufenden Schuljahrs waren nach Angaben des Schweriner Bildungsministeriums 482 Seiteneinsteiger beschäftigt. Das sind rund 130 mehr als im vorigen Schuljahr. Aber nur 28 Seiteneinsteiger absolvieren derzeit eine Weiterbildung, ohne die sie keine unbefristete Stelle bekommen würden.

Simone Oldenburg findet es unverantwortlich, dass das Land diesen Kräften keine Chance gibt. Viele von ihnen hätten ihren alten Beruf nicht aufgegeben, um nach einem Jahr die Schulen wieder zu verlassen. Bildungsminister Brodkorb habe immer noch kein Konzept, wie er diese Lehrer dauerhaft ausbilden und halten will, so Oldenburg.

Brodkorb (SPD) räumte ein, dass das Land bislang nicht genug Weiterbildungsangebote für die Seiteneinsteiger angeboten hat. Das wisse er aus Gesprächen mit Betroffenen während seiner Lehrersprechstunden. Allerdings habe das Problem keineswegs die von Simone Oldenburg vermutete Dimension. Schließlich stehe bei mancher Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretung von Beginn an fest, dass es sich um eine Anstellung auf Zeit handelt. In anderen Fällen habe sich herausgestellt, dass der Seiteneinsteiger auf Dauer nicht als Lehrer geeignet ist. Dann werde er von der Schulleitung nicht zur Weitbildung geschickt. „Außerdem haben wir immer noch den Anspruch, möglichst viele ,richtige‘ Lehrer zu beschäftigen“, sagte Brodkorb.

Dennoch werde die Weiterbildung für Seiteneinsteiger ausgebaut. Das Ministerium will eine Million Euro dafür zur Verfügung stellen. Umfang und Dauer werden durch eine Verordnung des Ministeriums geregelt, die der Minister demnächst vorstellen will.

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