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Kommunen geben Seniorenpässe aus : Kaum Ermäßigungen für Senioren

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Einst weit verbreitet, sind sie heute in Mecklenburg-Vorpommern kaum noch zu finden: Seniorenermäßigungen. Das sorgt für Unmut bei Rentnern.

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erstellt am 01.Apr.2013 | 07:14 Uhr

Schwerin/Rostock | Einst weit verbreitet, sind sie heute in Mecklenburg-Vorpommern kaum noch zu finden: Seniorenermäßigungen. Das sorgt für Unmut bei Rentnern. So wünscht sich die Vorsitzende des Seniorenbeirats Wismar, Karin Lechner, wenigstens günstigere Tickets für Ältere im Nahverkehr. Auch die Vorsitzende des Seniorenbeirats des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Ilona Mundt-Schalk, berichtete in einer Umfrage von "gewissen Unzufriedenheiten" unter Senioren beim Thema Rentnerermäßigungen. Mehr Vergünstigungen könnten die Teilhabe Älterer am gesellschaftlichen Leben verbessern, sagte sie.

Viele Kommunen haben in der Vergangenheit spezielle Ermäßigungen für Ältere abgeschafft und stattdessen Sozial pässe für Bezieher von Sozialleistungen eingeführt. In der Landeshauptstadt heißt dieser Sozialpass Schwerin-Card. Die aktuell 911 Inhaber bekommen Ermäßigungen etwa im Volkskundemuseum, in Volkshochschule und Sternwarte, in der Stadtbibliothek oder in der Schwimmhalle. "Besonders attraktiv sind die Theaterermäßigungen", sagte Stadtsprecherin Michaela Christen. Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn würden übriggebliebene Tickets an Schwerin-Card-Inhaber für drei Euro abgegeben. Das Mecklenburgische Staatstheater gewährt aber darüber hi naus auch über 65-Jährigen Nachlässe auf Ticketpreise. Zu den Einrichtungen im Land, bei denen Senioren ohne Sozialpass eine Ermäßigung bekommen, gehören auch das Theater Vorpommern sowie die Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Das Volkstheater Rostock hat dagegen seine Seniorenermäßigung 2010 unter dem allgemeinden Sparzwang abgeschafft, wie eine Sprecherin sagte.

In den Tierpark Ueckermünde erhalten über 60-Jährige zu günstigeren Preisen Eintritt. Sie können für 7 statt 8 Euro den Zoo nahe der polnischen Grenze besuchen, der jährlich 130 000 Besucher anzieht. Viele Renten seien nicht hoch und Senioren eine ebenso wichtige Besuchergruppe wie Familien, sagte eine Sprecherin.

In Mecklenburg-Vorpommern leben immer mehr Senioren. Waren 1991 noch rund elf Prozent der Bevölkerung über 65, lag ihr Anteil Ende 2011 bei 22 Prozent. Im Jahr 2020 soll ihr Anteil Prognosen zufolge bei 25 Prozent liegen. "Ob Senioren Vergünstigungen bekommen und wie diese aussehen, wird häufig auf kommunaler Ebene entschieden", sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen in Bonn. Dadurch ergeben sich in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen: So erhalten Senioren zum Beispiel im Deutschen Museum in München Rabatt auf den Eintrittspreis, im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt müssen sie jedoch den vollen Preis bezahlen. Ihnen bleibt also leider nichts anderes übrig, als vorher nachzufragen.

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