zur Navigation springen

Greifswald/Berlin : Kaufinteressenten für Solarmodulbauer Solon

vom

Hoffnung für Greifswalder Anlagenbauer: Für den insolventen Solarzellenhersteller Solon, der noch bis Dezember in der Hansestadt von der Elektronikfirma ml&s Module fertigen ließ, steigen die Übernahmechancen.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2012 | 10:13 Uhr

Greifswald/Berlin | Hoffnung für Greifswalder Anlagenbauer: Für den insolventen Solarzellenhersteller Solon, der noch bis Dezember in der Hansestadt von der Elektronikfirma ml&s Module fertigen ließ, steigen die Übernahmechancen. Für das Unternehmen gibt es offenbar mehrere Kaufinteressenten. Sechs Unternehmen seien an der Prüfung der Firmenbücher interessiert, erklärte Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg gegenüber der "Financial Times Deutschland". Er sehe durchaus Chancen, einen starken Partner für Solon zu finden, gab sich Insolvenzverwalter Wienberg optimistisch. Wie es hieß, sollen sich die Investoren aus dem In- und Ausland bis Ende Januar erklären und ihre Angebote abgeben. Offen bleibt, ob die Kapitalgeber an einer Fortführung der Produktion oder lediglich an Markenrechten und Patenten.

Damit wachsen die Aussichten, dass in den ml&s-Hallen die Produktion eventuell doch wieder anlaufen kann. "Wir hoffen, dass das Geschäft in irgendeiner Form weitergeführt wird", sagte ml&s-Geschäftsführer Udo Possin gestern gegenüber unserer Redaktion. Noch sei aber nichts entschieden. Auch sei ml&s nicht an den Solon-Verhandlungen mit einen neuen Investor beteiligt.

Die Greifswalder hatten bislang in ihren eigenen Hallen mit Maschinen und Material von Solon Solaranlagen für das börsenotierte Unternehmen gefertigt. Nach der Solon-Insolvenz hatte ml&s die Modul-Fertigung eingestellt und die bislang beschäftigten 300 Zeitarbeiter nach Hause geschickt. Solon selbst hatte nur noch 21 Mitarbeiter in Greifswald angestellt. Possin zufolge sei das Greifswalder Unternehmen durch die Pleite des Berliner Anlagenbauers nicht gefährdet. Die Auftragsfertigung habe nur zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausgemacht. ml&s konzentriere sich jetzt wieder auf das Hauptgeschäft, die Fertigung von Elektroniksystemen. Die Greifswalder Systeme kommen in der Telekommunikationsbranche, im Fahrzeugbau, in der Industrie oder auch im Bereich der regenerativen Energien zum Einsatz.

Die schwache Nachfrage und der Preisdruck durch Billigkonkurrenz hatte Solon in Schieflage gebracht und 2009 in die roten Zahlen gerutscht. Daraufhin standen Bund und Land dem Unternehmen mit einer Millionenbürgschaft bei.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen