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Online-Umfrage : Katastrophen schweißen zusammen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wissenschaftler: Unglück löst Hilfebereitschaft aus / Online-Umfrage nach Bützower Tornado-Zug

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2015 | 18:00 Uhr

Auf einmal helfen sich fremde Menschen gegenseitig nach einem Unwetter vollgelaufene Keller auszupumpen, andere packen spontan mit an, um Schutt wegzuräumen: Wie nach dem Tornado-Zug durch Bützow zu Wochenbeginn löse der Katastrophenfall bei betroffenen Menschen eine sonst oft weniger vorhandene selbstlose Hilfsbereitschaft aus und lasse die Menschen enger zusammenrücken, hat der Katastrophenforscher Prof. Henning Goersch von der Akkon-Hoschule für Humanwissenschaften in Berlin herausgefunden. Da sprechen Menschen auf einmal miteinander und helfen sich, die ansonsten nichts miteinander zu tun gehabt hätten: „Im Alltag ist das eher nicht so.“ Die Auswertung der Folgen anderer Katastrophen habe gezeigt, dass ein Großteil der Gefahrenabwehr von den Menschen vor Ort selbst organisiert worden sei. Das Potenzial werde bislang bei der Bewältigung der Krisenfolgen noch zu wenig genutzt, meinte Goersch, der sozialwissenschaftliche Katastrophenforschung betreibt.

So habe beispielsweise das Unwetter in nordrhein-westfälischen Münster im Juli 2014 gezeigt, das nahezu drei Viertel der Betroffenen uneigennützige Hilfe geleistet hätte, habe eine Studie zu den Erlebnissen und Verhaltensweisen der Menschen nach der Katastrophe ergeben. Bei dem Unwetter waren nach heftigen Regenfällen zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Menschen hätten dort hervorragend zusammengehalten und kooperiert. Von Katastrophen Betroffene seien nicht nur Opfer, sondern auch Helfer. „Dieses Potenzial ist in der Bevölkerung da und muss besser genutzt werden“, sagte Goersch. Bislang seien freiwillige Helfer allerdings oft noch als Störenfriede empfunden worden. Inzwischen würden sie aber wahrgenommen und besser einbezogen. Goersch zufolge werde in den auf Unwetter folgenden Analysen das Augenmerk meist stark auf die meteorologischen Ursachen sowie die technischen Abwehrmaßnahmen gelegt. Nach der Katastrophe in Bützow wolle der Wissenschaftler in einer Online-Umfrage die Verhaltensweisen der Menschen nach dem Tornado-Zug durch die Kleinstadt untersuchen. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, die Vorsorge für Extremwetterereignisse zu verbessern. 

>> Hier gelangen Sie zur Umfrage <<

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