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Streunende Katzen : Kastrationszwang für Freigängerkatzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land reagiert auf Katzenschwemme in Tierheimen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern will die Zahl von streunenden Katzen senken. Besitzer von Freigängerkatzen müssen künftig dafür sorgen, dass ihre Tiere kastriert sind. Dazu soll bis spätestens Ende 2014 eine entsprechende landesweite Katzenverordnung eingeführt werden, wie ein Sprecher von Umweltminister Till Backhaus (SPD) gestern sagte. So soll das unkontrollierte Vermehren von freilaufenden Katzen begrenzt werden.

Die Kastration männlicher wie weiblicher Tiere werde durch einen Mikrochip dokumentiert. Wie Angelika Streubel vom Rostocker Tierschutzverein sagte, könne so erreicht werden, dass das Katzenelend in den Städten und auf dem Land aufhört. In  Rostock sei dank der  städtischen Verordnung zur Kastration von freilaufenden Katzen ein deutlicher Rückgang von Jungtieren zu bemerken. Dort existiert die Regelung seit Juni 2013.

Anfang August hatten die Tierheime in MV eine „Katzenschwemme“ beklagt. Mehr als 1000 Katzen strandeten dort. Die Tierschutzvereine seien daher froh über die Verordnung, hieß es gestern bei einem Treffen von Tierschützern und Minister Backhaus im Tierheim Schlage bei Rostock. 2013 hätten die Tierschützer zusammen mit einigen Kommunen 60 000 Euro nur für die Kastration von freilebenden Katzen ausgegeben. Die Tierheime in MV brauchen dringend mehr Unterstützung, sonst drohe dem Tierschutz das Aus in der Fläche, wie die Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, Kerstin Lenz, sagte. Die Kommunen würden die vom Tierschutz übernommenen kommunalen Pflichtaufgaben in keiner Weise kostendeckend erstatten. Die Landesmittel von bisher 100 000 Euro für Tierschutzvereine seien nicht ausreichend. „Wir lassen uns nicht länger von den Kommunen ausnutzen, das Land muss uns zur Seite springen“, betonte Lenz. Für dringend notwendige Investitionen würden drei Millionen Euro benötigt. Der Zusammenbruch des Tierschutzes in der Fläche käme die Kommunen und das Land wesentlich teurer.

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