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Holzverarbeiter German Pellets in Wismar : Kapitalsuche im Holzwerk

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Als eines der ersten Unternehmen in MV geht der Holzverarbeiter German Pellets in Wismar ab Montag mit einer Anleihe von bis zu 75 Millionen Euro auf den Kapitalmarkt.

svz.de von
erstellt am 17.Mär.2011 | 11:58 Uhr

Wismar | Als eines der ersten Unternehmen in MV geht der Holzverarbeiter German Pellets in Wismar ab kommendem Montag mit einer Anleihe mit einem Nennbetrag von bis zu 75 Millionen Euro auf den Kapitalmarkt. Der nach eigenen Angaben größter Holzpellets-Hersteller in Europa sucht für die in den kommenden Jahren geplanten Investitionen in deutsche und auch amerikanische Werke Kapitalgeber. Gehandelt werde das Wertpapier dann ab April im Freiverkehrs-Segment "Bondm" der Börse Stuttgart sowie im "Open Market" der Frankfurter Wertpapierbörse.

Die 2005 in Wismar gegründete German Pellets verfügt laut Leibold derzeit an neun Standorten in Deutschland über Produktionskapazitäten von jährlich 1,2 Millionen Tonnen Holzpellets. Das entspreche dem Volumen des gesamten deutschen Pelletsverbrauchs im vergangenen Jahr. Der Umsatz der Gruppe, die 350 Beschäftigte zählt, stieg 2010 im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf knapp 160 Millionen Euro.

Die Auslastung der Werke lag bei weit über 80 Prozent, wie Leibold berichtet. Die Hälfte der Produktion sei in den Export gegangen, der Rest zum Gros nach Süddeutschland. Abnehmer seien Privathaushalte sowie Betriebe und Kraftwerke in Schweden, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien.

In Deutschland werden laut der Agentur für Erneuerbare Energien (Berlin) in nur rund 144 000 von insgesamt 18 Millionen Heizungsanlagen (2010) Holzpellets verfeuert. Zu 91 Prozent werde Wärme weiterhin aus fossilen Energieträgern wie Gas, Öl und Kohle gewonnen. Leibold erwartet, dass sich angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise das Verhältnis weiter zugunsten von Holz ändert - und expandiert. Die Unternehmensanleihen von German Pellets könnten für 1000 Euro je Stück auch von Kleinanlegern erworben werden, sagt er. "Mit dieser in Deutschland noch wenig üblichen Form der Fremdfinanzierung machen wir uns unabhängiger von den Banken." Bei Bedarf solle das Emissionsvolumen auf 100 Millionen Euro steigen. Die Erlöse würden in die Verdopplung der Produktionskapazität in Ettenheim (Baden-Württemberg) sowie den Bau weiterer eigener Strom- und Wärmekraftwerke auf Holzbasis fließen. Spätestens 2012 solle in ein erstes Pelletwerk der Gruppe in den USA investiert werden. Derartige Anleihen gelten unter Fachleuten als risikobehaftet, da es dafür keine Einlagensicherung gibt. Bei Insolvenz des Unternehmens würde der Totalverlust der Einlagen drohen. Diesem Risiko steht ein mit 7,25 Prozent vergleichsweise hoher Zinssatz gegenüber. Für ebenfalls über fünf Jahre laufende Bundesanleihen beträgt die Rendite derzeit rund 2,4 Prozent.

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