Video aus Mirow : Kanutour endet in einem Großeinsatz: Eine geplante Katastrophe?

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Foto: Susan Ebel

Widrige Wetterbedingungen werden Kindern eines Jugendcamps fast zum Verhängnis.

svz.de von
07. September 2017, 17:30 Uhr

Der Einsatz von rund 80 Einsatzkräften gestern Abend auf dem Vilzsee bei Mirow im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte, schlägt auch einen Tag später noch hohe Wellen. Wie die Polizei am Nachmittag auf SVZ Nachfrage berichtete, mussten gestern Abend 15 Kinder aus dem Vilzsee von Einsatzkräften der Feuerwehr gerettet werden. Alle anderen Kinder und Betreuer konnten das Jugendcamp in Diemitz ohne Hilfe erreichen. „Die Polizei hat am Nachmittag mit den Betreuern gesprochen und weitere Ermittlungen geführt. Gegenwärtig liegt aber keine Straftat vor“, sagte Diana Mehlberg, Pressesprecherin der Polizei in Neubrandenburg. „Sollten aber einzelne Elternteile dennoch Strafanazeige stellen, werden wir die Ermittlungen wieder aufnehmen“, ergänzte Mehlberg.



Fraglich ist auch, wer für die Kosten des Großeinsatzes aufkommt. Immerhin galt seit dem frühen Vormittag eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor Windböen und sogar stürmischen Böen. „Wir raten allen Wassersportlern, sich vor dem Ausflug über die aktuelle Wettersituation zu informieren. Das funktioniert mit wenigen Klicks mit nahezu allen Smartphones“, sagte der Einsatzleiter des Sanitätsdienstes Neustrelitz, Tobias Welzk.

Immer wieder müssen bei stürmischem Wetter teils ganze Schulklassen von den Seen in Mecklenburg-Vorpommern gerettet werden. Erst vor wenigen Jahren wurde eine Schulklasse auf der Müritz von einem Unwetter überrascht. Ein Lehrer starb, viele Kinder mussten gerettet und in Kliniken gebracht werden. „Solche Einsätze sind vermeidbar, wenn man sich vorher ausführlich informiert“, ergänzte Welzk.

Den Kindern aus Hamburg geht es inzwischen wieder gut. Sie konnten am heutigen Tag bereits wieder anderen Aktivitäten nachgehen. Die Betreuer der Schulklassen wollten sich auf SVZ Nachfrage nicht zu dem Vorfall äußern.
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