zur Navigation springen

Kritik von Umweltschutzverbänden : Kanadier dürfen in Ostsee nach Erdöl bohren

vom

Eine kanadische Erdölfirma will in der Ostsee nach Erdöl suchen und hat dafür eine Genehmigung des Bergamtes erhalten. Umweltverbände kündigen Widerstand an. Seismische Untersuchungen würden die Schweinswale gefährden.

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 07:53 Uhr

Das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) treibt sein Pläne zur Suche nach Erdöl in der Ostsee voran. Das zuständige Bergamt in Stralsund habe die Genehmigung für ein 4600 Quadratkilometer großes Gebiet an der Oderbank erteilt, sagte CEP-Manager Thomas Schröter.

Umweltschutzverbände kritisierten am Freitag die Genehmigungsbehörde sowie das Unternehmen und kündigten Widerstand an. Sie forderten ein Verbot von seismischen Untersuchungen in der Ostsee, bei denen durch Schallwellen die Bodenstruktur erkundet wird.

Das explosionsartige Knallen würde Schweinswale und andere Meeressäuger und Vögel gefährden und aus ihrem Lebensraum vertreiben.

Das Schweriner Energieministerium bestätigte die Erteilung der Aufsuchgenehmigung. Nach Angaben von CEP sind bisher keine seismischen Untersuchungen in der Ostsee beantragt und genehmigt - auch nicht für das 1100 Quadratkilometer große, ebenfalls durch CEP gesicherte Gebiet Plantagenetgrund nördlich von Fischland-Darß-Zingst.

In den kommenden Jahren würden zunächst vorliegende seismische Daten aus DDR-Zeiten auf mögliche Erdölvorkommen ausgewertet, sagte Schröter. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werde dann entschieden, ob seismische Untersuchungen oder Probebohrungen beantragt würden. CEP hat vor einem Jahr mit Probebohrungen auf dem vorpommerschen Festland begonnen.

Nach Angaben von Umweltverbänden sind 16 Meeresschutzgebiete von möglichen seismischen Untersuchungen betroffen, darunter der Adlergrund, die Pommersche Bucht mit der Oderbank, das Vogelschutzgebiet Plantagenetgrund und der Greifswalder Bodden. Neben dem streng geschützten Schweinswal, Seehunden und Kegelrobben lebten dort seltene Fischarten sowie mehr als 20 geschützte Vogelarten wie Seetaucher und Flussseeschwalben. „Wir haben Akteneinsicht beantragt und werden uns die Genehmigung mit juristischem Beistand genau ansehen“, sagte Kim Detloff vom NABU. Die Genehmigung widerspreche dem Natur- und Artenschutz. Das Vorhaben sei deshalb abzulehnen.

Wie ein Sprecher des Schweriner Energieministeriums sagte, werden im Rahmen eines eventuellen Genehmigungsverfahrens für spätere Betriebspläne auch alle umweltrelevanten Aspekte geprüft und die Träger öffentlicher Belange in das Verfahren einbezogen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen