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Stallpflicht in MV : Kampf gegen Vogelgrippe: Hilft zentraler Krisenstab?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jedes Bundesland geht mit der Stallpflicht wegen der Geflügelpest anders um. MVs Agrarminister Till Backhaus hält das für falsch.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Nach der Lockerung der Stallpflicht in einigen Bundesländern fordert Agrarminister Till Backhaus (SPD) vom Bundeslandwirtschaftsministerium die Einberufung des zentralen Krisenstabes Tierseuchen. Bundesländer wie Hessen und Niedersachsen handelten nach Backhaus' Ansicht entgegen der jüngsten Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts. Das Bundesforschungsinstitut bei Greifswald bewerte das Einschleppungsrisiko des hochpathogenen H5N8-Virus in Hausgeflügelbestände durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln nach wie vor als hoch, teilte Backhaus am Mittwoch in Schwerin mit.

Im Kampf gegen die Vogelgrippe bundesweit einheitlich vorzugehen, sei von den Ländern einstimmig beschlossen worden. „Vor dem Hintergrund, dass noch immer Geflügelpest-Fälle aus allen Ecken der Republik bekannt werden, halte ich dieses Vorgehen weiterhin für dringend geboten“, sagte Backhaus. Das Virus sei nicht in Schach zu halten, wenn die tierseuchenrechtlichen Vorsichtsmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt würden.

Erst in dieser Woche waren drei neue Geflügelpest-Verdachtsfälle bekannt geworden – in einem Entenmastbetrieb im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) mit 15 000 Tieren, in einem Legehennenaufzuchtbetrieb in Delbrück im Landkreis Paderborn (Nordrhein-Westfalen) mit
110 000 Tieren und in einer kleinen Gemischthaltung in Bayern.

Insbesondere kritisierte Backhaus Niedersachsens grünen Agrarminister Christian Meyer. In Niedersachsen blieben 70 Prozent der kleinen Geflügelbetriebe von der Aufstallung verschont, etwa 90 Prozent des kommerziell gehaltenen Geflügels müssten aber weiterhin eingesperrt werden. „Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass man diese Betriebe besonders schützen möchte. Gleichwohl werden so die Betriebe bestraft, die mit der Geflügelhaltung ihr Geld verdienen“, sagte Backhaus. Das sei ein fauler Kompromiss, da große und kleine Betriebe gleichermaßen von der Geflügelpest betroffen seien.

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