Kammer macht Kasse

<strong>Soll der IHK Millionen einbringen:</strong> einer der schönsten Bürostandorte Schwerins gegenüber dem Schloss <foto>reinhard Klawitter</foto>
Soll der IHK Millionen einbringen: einer der schönsten Bürostandorte Schwerins gegenüber dem Schloss reinhard Klawitter

svz.de von
02. Juli 2010, 08:04 Uhr

Schwerin | Die Kammer macht ihren Immobilienbesitz zu Geld: Die IHK Schwerin verkauft ihr in bester Lage stehendes altes Bürogebäude vis-a-vis des Schweriner Schlosses. Verkehrswert: 1,79 Millionen Euro. Ein Kaufinteressent habe "bereits eine schriftliche Absichtserklärung abgegeben", heißt es in einer uns vorliegenden Beschlussvorlage für die Vollversammlung. Das Gebäude mit einer Gesamtfläche von knapp 2000 Quadratmetern, in dem sich u. a. die Norddeutsche Landesbank und die Vereinigung für Unternehmensverbände dem Papier zufolge noch bis mindestens 2015 eingemietet haben (Jahresgesamtmiete: 128 427,72 Euro), solle für die "Untergrenze des Verkehrswertes" verkauft werden, entschied das Kammerparlament Ende Juni. "Es gibt einen erstzunehmenden Interessenten", erklärte Kammer-Präsident Hans Thon, ohne Preisangaben zu machen. Man stehe unmittelbar vor Vertragsabschluss. Laut Beschlussvorlage sei der "Verkauf mündlich" bereits "besiegelt".

Im Vorfeld hatte das Verkaufsverfahren in der Vollversammlung für Verwirrung gesorgt. So waren die Preisvorstellungen erst in einer zweiten Beschlussvorlage für das Parlament u. a. mit zahlreichen Mängeln - Feuchtigkeit im Keller, unzureichende Wärmedämmung, veraltete Installationen und Gebäudetechnik - begründet worden. Die Kritik wies Thon zurück: "Der Immobilienmarkt hat sich zu einem Käufermarkt gedreht. Er ist derzeit nicht sehr immobilienbesitzerfreundlich."

Noch höhere Einnahmen verspricht sich die Kammer vom Verkauf ihres zweiten Bürogebäudes in bester Citylage in der Schweriner Schlossstraße. Der alte Kammersitz war früheren Angaben zufolge in den 90er-Jahren für umgerechnet 3,2 Millionen Euro gekauft und saniert worden. Jetzt hat das Präsidium einen "zu realisierenden Verkaufserlös" für beide Immobilien in einem "Verhandlungskorridor in Höhe von 4,5 - 5,3 Mio. Euro vorgegeben" - also zwischen 2,7 und 3,5 Millionen Euro das komplett sanierte Bürohaus mit einer Gesamtfläche von knapp 3000 Quadratmetern und bis 2018 garantierten Jahresmieteinnahmen von jährlich 48 000 Euro für das Cafe Prag.

Trotz der Millioneneinnahmen, für eine Senkung der Kammerbeiträge reicht das Immobiliengeschäft nicht: "Dafür gibt es keinen Spielraum", meinte Thon. "Wir müssen sparen, sparen, sparen. Das Ziel bleibt, irgendwann einmal den Beitrag zu senken." Die Einnahmen sollen zum Schuldenabbau und zur Bildung von Rücklagen verwandt werden. Nach dem Sieg der Reformer bei den letzten Kammerwahlen war das neue Präsidium u. a. mit dem Versprechen angetreten, die Kammerbeiträge zu senken. Thon hatte zu Jahresbeginn "wahrscheinlich erst 2011 eine geringfügige Reduzierung des Beitrages" in Aussicht gestellt.

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