A14 : Kahlschlag an der Autobahn

Im Bau: Ab 2017 soll bis  Karstädt der Verkehr rollen.
Im Bau: Ab 2017 soll bis Karstädt der Verkehr rollen.

Bauvorbereitungen für Trassenabschnitt Grabow-Landesgrenze begonnen – Bagger rollen im Juni 2015 an

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19. November 2014, 07:45 Uhr

Das große Abholzen in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete in MV geht weiter: Für den Bau der umstrittenen Autobahn 14 Richtung Magdeburg haben auf dem zweiten Teilstück in MV zwischen Grabow und der Landesgrenze zu Brandenburg die Bauvorbereitungen begonnen. In den kommenden Wochen werden u. a. weitere 53 Hektar Wald gerodet. Zu Wochenbeginn haben westlich von Grabow die Baumfällungen begonnen, erklärte das Verkehrsministerium gestern gegenüber unserer Redaktion. Starkholzernte für schnelle Verkehrswege: Ab Dezember sollen Wälder südlich der Stadt folgen. Im Januar rücken die Holzfäller südlich des neuen Autobahnabfahrt Grabow an der B 5 an.

Protest gegen den Kahlschlag: Mit der Rodung geht nahe Grabow eine uralte und bislang hoch bewertete Waldfläche verloren. In „Zeiten des Klimawandels eine aberwitzige Aktion für eine verkehrlich nicht notwendige Autobahn“, kritisierte Corinna Cwielag, Landeschefin des Bundes für Umwelt und Natur (BUND) die großflächigen Fällungen. Für den bereits im Bau befindlichen ersten Bauabschnitt zwischen der Autobahn 24 und der Bundesstraße 5 bei Grabow waren bereits mehr als 140 Hektar abgeholzt worden. Damit gehe der Lebensraum für hunderte Tierarten verloren, sagte Cwielag. So seien an der Trasse vorkommende Brutpaare des auf der Roten Liste gefährdeter Brutvögel in MV stehenden und zur Familie der Spechte gehörenden Wendehals betroffen, ebenso die als ausgestorben geltende Sumpfohreule. Durch die in der Regel etwa 30 Meter breite Autobahnschneise werden Landschafts- und Lebensräume auf einer Fläche von etwa 400 Hektar beeinträchtigt. Zwar sollen dem Landwirtschaftsministerium zufolge auf etwa 300 Hektar wieder neue Wälder angelegt werden. Die Aufforstungen könnten erst Jahrzehnte später für Ausgleich sorgen, kritisierte Cwielag.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte zuvor den Kahlschlag verteidigt: Die Eingriffe in die Natur werde wieder ausgeglichen, sagte der oberste Forstmann in MV – für einen Hektar abgeholzten Wald werden 1,3 Hektar wieder aufgeforstet. Zwar werde der Wald stark in Mitleidenschaft gezogen. Andererseits werde die neue Autobahn die Wirtschaftsentwicklung in MV fördern – „deshalb haben wir uns nicht gegen die A 14 gewehrt“, sagte Backhaus. Für Wiederaufforstungen und Ausgleichsmaßnahmen haben die Straßenbauer Kosten von 12,5 Millionen Euro angesetzt, so das Verkehrministerium.

Der Bund hatte im Sommer die Finanzierung des zweiten Bauabschnitts endgültig zugesagt. Nach der Bauvorbereitung in den kommenden Monaten solle im Juni 2015 mit dem Trassenbau gestartet werden – bis Ende 2017, so das Verkehrsministerium. Neun Brücken, unter anderen die 25 Millionen Euro teure Überführung über die Elde und eine 2,6 Millionen Euro teure Wildbrücke, zwei Regenrückhaltebecken, ein Parkplatz auf dem 10,7 Kilometer langen Teilstück: Im Frühjahr soll die Ausschreibung der Bauaufträge erfolgen.

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