Elmenhorst : Käsestraße zu entdecken

Im Reiferaum der Käserei auf dem alten Pfarrhof in Elmenhorst
Im Reiferaum der Käserei auf dem alten Pfarrhof in Elmenhorst

13 handwerkliche Betriebe haben sich in Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen

svz.de von
10. September 2015, 08:00 Uhr

Zur Alleenstraße in Mecklenburg-Vorpommern und der Lehm- und Backsteinstraße kommt am 19. September eine weitere hinzu, die Milch- und Käsestraße. Noch hat sie nur 13 Hausnummern – und die Hof- und Dorfkäsereien mit einem Schwerpunkt südlich von Stralsund bilden eher nur eine große Kurve. Der Umweltverband BUND als Mitinitiator für das Projekt im Nordosten rechnet aber damit, dass sich weitere Betriebe anschließen werden.

Eröffnet wird die Milch- und Käsestraße zusammen mit der traditionellen Bio-Landpartie des BUND in der Hofkäserei „Alter Pfarrhof“ in Elmenhorst zwischen Stralsund und Greifswald. Landesweit bitten zur Landpartie 56 Bio-Landwirte Besucher in Betriebe und Ställe, lassen sie beim Melken und Füttern zuschauen oder ihre Produkte aus hofeigenen Bäckereien, Käsereien, Mostereien oder Fleischereien verkosten. „Besucher könnten sich dort ein Bild vom praktischen Öko-Landbau machen“, sagt der BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff.

Auf dem alten vorpommerschen Dreiseithof in Elmenhorst wirtschaftet seit 20 Jahren die gebürtige Lübeckerin Claudia Resthöft. 40 Kühe liefern ihr Biomilch für Joghurt, Quark und Rohmilchkäse, die in Handarbeit nach den Richtlinien des Demeter-Verbandes hergestellt werden. Sie beschäftigt sechs Mitarbeiter in der Landwirtschaft, der Käserei und einer kleinen Bäckerei, wo zweimal wöchentlich Brot gebacken wird. Zur Eröffnung der Käsestraße will sie den Besuchern zeigen, wie sie selbst zu Hause Käse herstellen können.

Von der Käsestraße verspricht sich Resthöft, dass in der Tourismusregion nahe der Ostsee mehr auf Molkereiprodukte und besonders auf regionale Produkte aufmerksam gemacht wird. „Ich finde es sehr wichtig, dass hier eine Veredlung stattfindet und wir nicht nur Rohstoffproduzenten sind“, sagt sie. Mit der Verarbeitung von Milch und Mehl im Dorf seien sechs Arbeitsplätze entstanden. Zuvor habe ihre 180 Hektar Land einfach ein großer Agrarbetrieb mitbewirtschaftet.

Milch- und Käsestraßen gibt es bereits in mehreren Bundesländern, wie Julia Antrag vom Verband für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM) im bayrischen Freising sagt. Ihm gehören 550 der bundesweit rund 1000 Hofkäsereien an, die überwiegend ihre eigene Milch handwerklich verarbeiten. Die Preise dafür seien im Vergleich zu industriell hergestelltem Käse hoch, aber gerechtfertigt.

Wichtig sei die handwerkliche Herstellung der Käse. In Mecklenburg-Vorpommern sind vier der 13 Hof- und Dorfkäsereien konventionelle Betriebe. Sie verarbeiten Roloff zufolge ausnahmslos tagfrische Milch von Kuh, Schaf oder Ziege. Die Milch kommt vom eigenen Betrieb oder zumindest von einem Betrieb im eigenen Dorf.

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