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Geschenk für Waren : Käfer-Sammlung an Müritzeum übergeben

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Libellen und Käfer kennt jeder. Aber wie viele Arten es gibt, wissen nur wenige. Fachleute meinen, je mehr Arten, desto wertvoller das Ökosystem. Eine Stiftung hat eine Sammlung aus MV dem Müritzeum in Waren geschenkt.

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erstellt am 08.Feb.2013 | 04:02 Uhr

Er heißt „Diachromus germanus“ und ist viel kleiner als eine Büroklammer - der Blauhals-Schnellläufer. Gleich zwei dieser Exemplare können seit Freitag in Waren bestaunt werden.

„Diese zwei Käfer sind der erste Nachweis für Mecklenburg-Vorpommern gewesen“, sagte Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung (Klepelshagen/Hamburg), am Freitag im Müritzeum in Waren. 635 Laufkäfer in 165 Arten sowie mehrere Libellen- und Heuschreckenarten umfasst die wissenschaftliche Insektensammlung, die die Stiftung dem Natur-Infozentrum übergab.

„Wir strukturieren uns in Klepelshagen um, da wollten wir die Sammlung abgeben.“
Die Insekten, darunter mehrere gefährdete Arten sowie zwei Erstnachweise für den Nordosten, waren über zwölf Jahre lang rund um das hügelige und von kleinen Mooren gesäumte Gebiet um Klepelshagen (Kreis Vorpommern-Greifswald) gesammelt worden. Es sind etwa die Hälfte der im Nordosten vorkommenden Laufkäferarten. „Damit wurde auch die Umwandlung der Landwirtschaft zum Ökobetrieb dokumentiert“, erläuterte der Stiftungs-Chef. „Laufkäfer sind hervorragende Indikatoren für Landschaftsveränderungen“, erklärte Renate Seemann vom Müritzeum, das bereits über die größte und älteste naturhistorische Sammlung Mecklenburg-Vorpommerns verfügt. Aus dem Osten des Landes habe man bisher aber wenig Insekten gesammelt.

Die Stiftung mit einem Vermögen von 50 Millionen Euro wurde vom Hamburger Unternehmer Haymo G. Rethwisch begründet. Er hatte rund 2000 Hektar Land rings um das Dorf gekauft. Die Stiftung betrieb bisher in und um Klepelshagen eine Forschungsstation, eine Ausstellungshalle, ein Bildungszentrum sowie Land- und Forstwirtschaft. Aus Kostengründen wurde das Bildungszentrum geschlossen, die Forschung zunächst eingestellt. Besichtigungen seien aber auf Anfrage noch möglich, sagte Freiherr von Münchhausen.

Die naturhistorische Sammlung im Müritzeum umfasst derzeit mehr als 285 000 pflanzliche, tierische und geologische Ausstellungsstücke. Sie wurden seit 1866 im Norden gesammelt und geben einen Überblick über die Pflanzen- und Tierwelt, darunter allein 39 000 Käfer. „Solche Insektennachweise sind beispielsweise wichtig, wenn bei sogenannten Monitorings die Ökosysteme bewertet werden müssen, wie bei größeren Bauvorhaben“, erklärte Seemann.

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