Geflohener Straftäter Rostock : Justizministerin erhebt Vorwürfe gegen Klinik

Wird gesucht: der geflohene Ralf J.
Wird gesucht: der geflohene Ralf J.

Noch immer keine Spur - schon seit mehr als elf Tagen ist der in Rostock geflohene Straftäter auf der Flucht. Kuder: Flucht war geplant.

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19. März 2015, 19:07 Uhr

Nach der Flucht eines Rostocker Gewalttäters bei einem Krankenhausaufenthalt hat Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) Vorwürfe gegen die Forensische Psychiatrie erhoben, in der der Mann zuvor als Patient behandelt worden war.

Entgegen den Vorschriften sei dem 49-Jährigen bereits am Freitag bekanntgewesen, dass am Montag darauf sein Operationstermin in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik angesetzt war, sagte Kuder am Donnerstag nach Auswertung der vorliegenden Erkenntnisse. "So hatte er ausreichend Zeit, seine Flucht vorzubereiten." Es sei nicht auszuschließen, dass er sich bereits am Wochenende in den Besitz einer Schere brachte und diese beim Verlassen der forensischen Klinik bei sich führte, sagte die Ministerin.

Hinzu komme, dass die konkreten Weisungen der Klinik zur Fesselung des Patienten der Gefährdungslage nicht angemessen waren. Die Abnahme der Handfessel in der Toilette der HNO-Klinik hatte der Patient genutzt, um die beiden Begleiter mit der Schere zu bedrohen, zu überwältigen und zu flüchten. Kuder kündigte an, noch am Freitag mit dem Leiter der Forensik über Konsequenzen zu sprechen.

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