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Strafvollzug MV : Justiz sucht dringend Psychologen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Gefängnisse im Land finden kaum geeignetes Personal.

von
erstellt am 08.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Das Justizministerium sucht händeringend nach Psychologen für den Justizvollzug des Landes. Gleich mehrere Stellen sind seit gestern öffentlich ausgeschrieben. Voraussetzung ist ein Hochschulabschluss im Fach Psychologie, Praxiserfahrungen mit Gewalt- und Sexualstraftätern wären von Vorteil. Die Not ist groß. „Es ist momentan ganz schwierig, geeignetes Personal zu bekommen“, erklärte Hans Jürgen Papenfuß, Landesvorsitzender des Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands (BSBD) in Mecklenburg-Vorpommern. Viele Bundesländer würden aktuell nach Psychologen für den Vollzug suchen und miteinander um potenzielle Bewerber konkurrieren.

Knapp ein Drittel der Stellen sind laut BSBD in Mecklenburg-Vorpommern nicht besetzt. In der Bützower Anstalt, eines von fünf Gefängnissen im Land, seien von sieben Psychologenstellen sogar drei momentan frei, so Papenfuß.

Gefangene leben in einer psychisch schwierigen Situation. Erst am Dienstag vergangener Woche war in der Justizvollzugsanstalt Waldeck ein 29-jähriger Untersuchungsgefangener tot aufgefunden worden. Er hatte sich am Fenstergitter stranguliert. Am selben Tag hatte auch ein 34-jähriger Strafgefangener in Bützow versucht, sich das Leben zu nehmen. „Hinweise auf suizidale Tendenzen gab es nicht“, teilte das Justizministerium mit. Zumindest hatte diese niemand erkannt, was auch zu den Aufgaben von Psychologen gehört.

Um geeignetes Fachpersonal zu ködern, stellt das Justizministerium Bewerbern laut Ausschreibung eine Verbeamtung in Aussicht.

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