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Schweriner E-Werk : Junges Theater eröffnet Spielzeit

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Aus der Onlineredaktion

Auf Premiere der „Familie Braun“ am Sonnabend im E-Werk folgt ein umfangreicher Spielplan mit künstlerisch vielfältigen Handschriften

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erstellt am 14.Sep.2017 | 12:00 Uhr

Spielzeitstart am Mecklenburgischen Staatstheater: Mit einer Premiere des Jungen Staatstheaters Parchim im Schweriner E-Werk beginnt am 16. September die neue Saison. Zur Aufführung kommt das Schauspiel „Familie Braun“.

„Die Theaterfreunde dürfen sich auf einen umfangreichen Spielplan mit künstlerisch sehr unterschiedlichen Handschriften freuen“, sagt Intendant Lars Tietje. Nach seiner ersten Spielzeit als Chef des Schweriner Hauses, die mit rund 186 000 Besuchern durchaus erfolgreich war, will Tietje den Kurs von Vielfalt und Qualität fortsetzen.

„Wir sind in Schwerin angekommen. Vorurteile und mit dem Intendantenwechsel verbundene Ängste sind vom Tisch, das Publikum honoriert, dass das Theater, das wir machen, Hand und Fuß hat.“ Dass er auffällig häufig von „wir“ redet, gehört zu seinem Leitungsstil. „Ich kann als Generalintendant Impulse geben, muss Rahmenbedingungen herstellen. Aber erfolgreich als Haus sind wir nur im Team. Eine gute Mischung in der Leitungsebene ist mir wichtig.“ Neu in diesem Team sind Chordirektor Joseph Feigl, Orchesterdirektor Lutz de Veer und Marketingchef Johannes Laubscher. Die Theaterpädagogik wird aufgewertet, Chefin Nele Tippelmann gehört jetzt ebenfalls zur Leitungsebene.

Neu in der Ausrichtung des Spielplanes sind die vielen Regie-Handschriften. „Wir haben gute Leute am Haus, aber wir brauchen auch die Breite. Ich glaube, dass es einem Stadttheater gut tut, Vergleiche zu haben“, sagt Tietje. Als Intendant müsse er aber auch im Blick haben, was machbar ist. „Wir brauchen große Produktionen wie die Strauss-Oper Salome im vergangenen Jahr, aber das können wir nicht drei, vier Mal im Jahr wuppen. Und natürlich muss auch Wagner wieder nach Schwerin. Doch dafür brauchen wir Zeit. Denn so eine Oper zwischen Berlin und Hamburg auf die Bühne zu bringen, funktioniert nur mit höchster Qualität.“

Doch auch ohne Wagner sind im neuen Spielplan viele anspruchsvolle Stücke. Den Reigen eröffnet das Schauspiel mit der Uraufführung von „Vor dem Fest“ nach dem Spiegel-Bestseller von Saša Stanišic. Schauspieldirektor Martin Nimz bringt damit am 22. September eine eigene Bühnenfassung heraus. Das Ballettensemble eröffnet die Saison mit einer Gala am 23. September im Großen Haus. Die Compagnie tanzt Highlights der zurückliegenden Saison und bietet choreografische Kostproben der neuen Spielzeit. Die zweite Schauspielpremiere im E-Werk steht am 29. September mit der Komödie „Amphitryon“ auf dem Spielplan. Einen Tag darauf startet das Musiktheater mit einer Operngala. Die erste Opernpremiere folgt am 13. Oktober mit Giuseppe Verdis Otello im Großen Haus. Die Fritz-Reuter-Bühne bietet ihrem Publikum als erste niederdeutsche Premiere der Saison am 17. Oktober im Großen Haus den „Kugelfisch Hawaii“, eine Komödie. Zur Eröffnung der Konzertsaison der Staatskapelle hat Generalmusikdirektor Daniel Huppert für das 1. Sinfoniekonzert am 23. Oktober im Großen Haus Werke von Ludwig van Beethoven und die Sinfonie „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith ausgewählt.

Mit der Fusion des Schweriner und Parchimer Theaters ist Tietje zufrieden. „Zunächst war jeder autark, jetzt machen wir mehr gemeinsam. Künftig wird sich Parchim auf das Jugendtheater konzentrieren.“

Angesichts der Debatte um Seniorenrabatte betont der Generalintendant, dass es ihm wichtig sei, dass der Theaterbesuch für jeden Schweriner bezahlbar bleibt. „Wer nicht zur Premiere in der ersten Reihe sitzen will, sondern in der Woche ins Große Haus geht und Ermäßigungen nutzt, kann schon für drei Euro gutes Theater erleben.“

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