zur Navigation springen

Serie „Ehrenamt ich helfe" : Junge Spezialisten für Erste Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Morgen beginnen die Ehrenamtmessen in MV. Ein Startschuss auch für unsere Zeitung: In einer Serie stellen wir von heute an wieder Menschen vor, die sich für andere einsetzen – vor Ort und weltweit.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 11:50 Uhr

Die Jugend von heute ist eine „Null-Bock-Generation“. Sie hat keine Lust zu arbeiten, begibt sich jedes Wochenende auf Sauftour und denkt sowieso nur an sich. Immer wieder werden Jugendlichen mit solchen Vorurteilen konfrontiert. Zu Unrecht. Der Nachwuchs ist weitaus besser als sein Ruf. Das beweisen fast täglich Fides Klara Hagen und Tom Luca Dedner. Die beiden 14-Jährigen engagieren sich in ihrer Freizeit beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Schönberg. Als Junior-Retter – einer Vorstufe der Ausbildung zum Rettungsschwimmer – unterstützen sie die Wasserwacht. Gemeinsam mit erfahreneren Kollegen sichern sie im Sommer den Badeteich von Schönberg ab. Zudem helfen sie dabei, Kindern das Schwimmen beizubringen. Auf kleinen Veranstaltungen wie Konzerten und Fußballturnieren leisten sie auch Erste Hilfe. Alles ehrenamtlich. Und voller Eifer.

„Ich möchte gern helfen. Es macht mir Spaß. Außerdem kann man viel lernen, hängt nicht stundenlang vor dem Fernseher rum“, sagt Tom Luca Dedner. Der Jugendliche aus Lüdersdorf ist 2008 zur Wasserwacht gekommen. „Ich habe damals mein Seepferdchen gemacht. Im Anschluss wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte bei der Wasserwacht mitzumachen“, erzählt Tom Luca. Er überlegte nicht lang, sagte sofort zu.

Vor knapp fünf Jahren stieß auch Fides Klara Hagen zum DRK Schönberg. Die Entscheidung zur Wasserwacht zu gehen, fiel der Lüdersdorferin leicht. „Ich war schon als Kind eine Baderatte“, erklärt sie. Als eine Bekannte der Familie sie zum Schwimmtraining mitnahm, habe sie gleich mitgemacht.

Seither trainiere sie regelmäßig. Genauso wie Tom Luca. Beide wollen das Rettungsschwimmabzeichen in Silber erlangen. Das in Bronze haben sie bereits. Um ihr Ziel zu erreichen, absolvieren die Junior-Retter einmal die Woche einen kraftanstrengenden Schwimmunterricht. Denn die Voraussetzungen für den Silber-Anstecker sind anspruchsvoll: Fides Klara und Tom Luca müssen unter anderem 300 Meter in 15 Minuten schwimmen, eine Strecke von 25 Metern tauchen und aus rund 4 Meter Tiefe knapp 5 Kilogramm schwere Gegenstände aus dem Wasser holen können. Darüber hinaus müssen sie umfangreiche Kenntnisse in Erster-Hilfe nachweisen, ebenso Wissen über Rettungsmaßnahmen bei Boots- und Eisunfällen sowie Rechte und Pflichten bei Hilfeleistungen. Alle zwei Wochen pauken sie dafür die Theorie.

Die harte Arbeit zahlt sich aus. Fides Klara und Tom Luca sind so gut ausgebildet, dass sie Einsätze des DRK unterstützen dürfen. So helfen sie den erwachsenen Rettungsschwimmern bei der Überwachung von Badegewässern und beim Schwimmunterricht für Kinder. Die Junior-Retter sind außerdem dabei, wenn auf Veranstaltungen wie dem Stadtfest in Grevesmühlen, dem Oberteichlauf in Schönberg oder dem Radrennen in Boltenhagen die gesundheitliche Versorgung der Teilnehmer und Besucher sichergestellt werden soll. Dabei schauen sie den Sanitätern nicht nur über die Schulter. Sie legen auch selbst Hand an. Sie versorgen Wunden, kümmern sich um Verstauchungen und sind auch sonst hilfsbereit. „Wir freuen uns, wenn wir Gelerntes anwenden können“, so Fides Klara.

Die 14-Jährige möchte später einen medizinischen Beruf erlernen. „Im Moment ist das DRK eine Freizeitbeschäftigung für mich. Später möchte ich aber studieren und OP-Schwester werden“, konkretisiert die Schülerin der Regionalen Schule Lüdersdorf ihre Zukunftspläne. Auch Tom Luca, der ebenfalls die Regionale Schule in Lüdersdorf besucht, will das erworbene Wissen später beruflich nutzen. „Ich möchte Rettungssanitäter werden oder Krankenpfleger“, sagt der 14-Jährige. Derzeit sind seine Mitschüler seine Patienten. Denn er ist nicht nur Junior-Retter, sondern auch im Schulsanitätsdienst tätig. Damit beweist er einmal mehr, dass die Jugend von heute alles andere ist als eine „Null-Bock-Generation“.

 

JUNIOR-RETTER
110000 junge Ehrenamtliche
Im Deutschen Jugendrotkreuz, dem Jugendverband des DRK, engagieren sich nach eigenen Angaben mehr als 110000 Kinder und Jugendliche im Alter vom 6 bis 27 Jahren. Bundesweit mehr als 5500 Gruppen setzen sich für soziale Gerechtigkeit, Gesundheit und Umwelt, Frieden und Völkerverständigung ein.

Als Junior-Retter werden sie zu Ersthelfern und Rettungsschwimmern ausgebildet.  Auch an der Entwicklung von Kampagnen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, die junge Menschen betreffen, z.B. Gewaltprävention an Schulen, sind sie beteiligt.  Daneben gehen sie gemeinsamen Freizeitbeschäftigungen nach.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen