Loppin bei Jabel : Junge in Feriencamp missbraucht

Haftbefehl gegen einen 34-Jährigen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an Kindern

svz.de von
31. August 2016, 10:33 Uhr

Wieder wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein kleines Kind sexuell missbraucht. Der 34-jährige Mann aus Bayern befindet sich in Untersuchungshaft, bestätigte heute Gerd Zeisler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg.  Der  Beschuldigte arbeite seit sechs Jahren als Betreuer für Kinder und Jugendliche beim  Reiseveranstalter KiJu und sei bislang unauffällig gewesen, sagte Firmeninhaber Torsten Ukrow gegenüber unserer Redaktion.

Der Tatverdächtige soll  in einem Feriencamp in Loppin bei Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) einen siebenjährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Dabei habe er vor dem Jungen sexuelle Handlungen an sich vorgenommen, so Zeisler. Danach habe der Betreuer den Siebenjährigen  dazu aufgefordert, diese Handlungen an ihm zu wiederholen.

Am Sonnabend hatte der Junge seinen Eltern, die ihn aus dem Camp abholen wollten, von der Tat berichtet.  Vater und Mutter waren schockiert und informierten sofort die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten weiter vor, Nacktfotos  von Kindern im Camp angefertigt zu haben. Datenträger wurden bei  den Durchsuchungen  im Camp und in der Münchner Wohnung des Beschuldigten beschlagnahmt. Dem Jungen soll es nach der Tat psychisch nicht gut gehen, hieß es.

Der Beschuldigte wollte sich  zur Tat bisher nicht äußern. „Er ist nicht vorbestraft“, so Oberstaatsanwalt Zeisler.

Der Mann sei vor seiner Anstellung als Betreuer überprüft worden, so der Reiseveranstalter KiJu. „Wir haben uns wie bei jedem unserer Mitarbeiter  auch von ihm das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis zeigen lassen“, sagte Torsten Ukrow  am Telefon.  Einen Eintrag habe es dort nicht gegeben. Auch in der sechsjährigen Zusammenarbeit hätten es keine Hinweise auf pädophile Neigungen des Kollegen gegeben. Ukrow bestätigte, dass seit 2013  bereits zwei Betreuer seines Unternehmens wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern verurteilt wurden. Bis auf Weiteres darf seit dem Vorfall in  Loppin kein Betreuer des Unternehmens mehr allein mit einem Kind zusammen sein, ordnete die Unternehmensführung an.

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