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Kürschner-Lehrling will Top-Azubi 2013 werden : Jungdesignerin ist auf den Pelz gekommen

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Wovon viele junge Designer träumen, ist für Alice wahr geworden: Die 22-Jährige durfte mit dem europaweit bekannten Modesigner Andrej Subarew zusammenarbeiten. Alice macht gerade eine Ausbildung zur Kürschnergesellin.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 11:26 Uhr

Schwerin | Wovon viele junge Designer träumen, ist für Alice von Jutrzenka wahr geworden: Die 22-Jährige durfte mit dem europaweit bekannten Modesigner Andrej Subarew aus Wismar zusammenarbeiten. Alice macht gerade eine Ausbildung zur Kürschnergesellin. "Wir gestalten in unserem Betrieb sieben Stücke gemeinsam mit Subarew. Die werden in der Ausstellung ,Schimmern in der Tiefe zu sehen sein", erzählt sie begeistert.

Heute ist das Kürschner-Handwerk zu einer seltenen Zunft geworden. In MV gibt es sogar nur noch eine Kürschnerei, die fertigt und nicht nur Handel betreibt: Der Betrieb von Kürschnermeister Götz Weidner in Schwerin. Hier lässt sich Alice seit April ausbilden. "Das macht total viel Spaß. Ich finde es toll, wenn man miterlebt, wie aus einer Fläche ein Kleidungsstück entsteht", begeistert sich die junge Frau. Als Kürschner-Lehrling hat sie täglich mit Fellen, Pelzen und Leder zu tun, das sie - wie es für ihr Zunft üblich ist - zu Jacken, Mützen und anderen Kleidungsstücken verarbeitet.

"Der Schwerpunkt liegt bei uns allerdings auf dem Recyceln von Pelzen", erzählt Alice. Viele Leute würden mit ihren alten Pelzmänteln zu ihnen kommen. "Die meisten möchten diese noch tragen. Oft klagen sie aber, dass sie zu schwer oder unmodern geworden sind", erzählt sie. Ihre Aufgabe ist es dann - unter Anleitung ihres Meisters - die alten Pelze in neue und moderne Schnitte umzuwandeln.

Alice selbst hat schon drei eigene Modelle für zeitgemäße Pelzjäckchen entworfen. Eines davon hat sie sogar bei einem Design-Wettbewerb für Nachwuchskürschner eingereicht. "Das Gestalterische an meinem Beruf macht mir am meisten Spaß", erzählt sie. Neben dem Designen von neuen Schnitten, gehört auch das Sortieren von Lederhäuten zu ihren Aufgaben. "Es ist was Besonderes, wenn man die zusammenstellt", so die junge Frau.

Bereits nach ihrem Abitur hatte Alice den Wunsch, sich zur Kürschnerin ausbilden zu lassen. "Ich hab mich schon 2009 hier im Betrieb für eine Lehrstelle beworben." Leider hat es damals nicht geklappt. Doch die 22-Jährige ließ sich nicht entmutigen. "Ich hab dann erstmal Modedesign in Schwerin studiert", sagt sie. Aber die Neugierde auf das Kürschner-Handwerk blieb auch danach. Der Betrieb in der Schweriner Innenstadt war "stetig in meinem Kopf geblieben", so Alice.

So wagte sie einen neuen Versuch. Diesmal erfolgreich. Seit April lernt sie in Schwerin. "Das ist toll. So bin ich auch nicht so weit weg von zu Hause", freut sie sich. Und die 22-Jährige hat ehrgeizige Pläne: "Von der Spezialisierung im Pelz- und Lederbereich erhoffe ich mir, eine Nische für mich als Designerin zu finden." Aber Alice möchte sich auch anderwitig etablieren: "Da ich vorher studiert habe, dauert meine Ausbildung nur zwei Jahre. Danach möchte ich mich kaufmännisch fit machen und meinen Meister als Kürschnerin machen." Es besteht die Möglichkeit, dass sie den Schweriner Betrieb übernehmen wird.

Ihr Engagement und ihre Zielstrebigkeit könnten Alice nicht nur für ihren beruflichen Werdegang, sondern auch im Wettbewerb um den Top-Azubi aus MV helfen (siehe Infobox). Denn dafür hat sie ihr Betrieb vorgeschlagen. Und auch, wenn Alice große Pläne für die Zukunft hat - ihr Ziel ist es erstmal, der beste Lehrling im Land zu werden.

Jugendliche, die sich über Ausbildungsmöglichkeiten im Land informieren möchten, haben dazu morgen Gelegenheit: Von 13 bis 16 Uhr findet im Verlagshaus in Schwerin der Lehrstellentag statt.

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