„Elite-bockauktion“ in Karow : Jung, kräftig und sehr potent

Schäfer Michael Pucht von der Agrargenossenschaft Lübstorf mit einem Zuchtschafbock der Rasse Schwarzköpfiges Fleischschaf
Schäfer Michael Pucht von der Agrargenossenschaft Lübstorf mit einem Zuchtschafbock der Rasse Schwarzköpfiges Fleischschaf

92 Eliteböcke bei einer Auktion versteigert / Schafzüchter aus Deutschland, Polen und Österreich boten mit

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06. März 2014, 21:20 Uhr

„Schaun Sie sich die Keulen an“, ruft Auktionator Berthold Majerus. Mit dem Auktionshammer in der Hand wartet der „Chef“ bei der bundesweiten „Elite-Bockauktion“ in Karow (Kreis Ludwigslust-Parchim) auf Gebote. „Zum Ersten, zum Zweiten und ...“, dann blökt ein Bock laut „Bööh“. Lange muss Majerus nicht warten: Etwa 800 Züchter sind angereist, und in fünf Minuten steigt der Preis bei den besten deutschen Fleischschafbock von 550 auf bis zu 4000 Euro.

„Gute Qualität ist richtig teuer“, sagt Sven Grumbach, Zuchtleiter des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes MV, der die Auktion gestern ausrichtete. „Wir haben die erste Bundesliga bei den Schafzüchtern in MV zu Gast.“ Fast alle der 92 „Super-Böcke“ der Rassen Suffolk und Schwarzköpfiges Fleischschaf finden neue Besitzer im gesamten Bundesgebiet.

„Der Bock ist die halbe Herde“, erklärt Meisterschäfer Jörn Brieger, der sich aus dem brandenburgischen Strausberg auf den Weg nach Karow gemacht hat. Mit solchen wertvollen Tieren steigere man das gesamte Niveau der Herde, die bei Brieger aus 600 Tieren besteht. Etwas größer mit mehr als 1000 Tieren sind die Herden der Schäfer aus Lübstorf bei Schwerin, die gleich mehrere Zuchtböcke aus Karow mitnehmen.

Die um die 130 Kilogramm schweren Tiere sind zwischen einem und eineinhalb Jahren alt. „Sie dürfen bisher noch keine Mutterschafe gedeckt haben“, erklärt Grumbach. Dafür müssen die Böcke nach der Versteigerung kräftig „arbeiten“.

„Anders als bei den Rindern gibt es bei Schafen keine künstliche Besamung“, sagt Grumbach. Je nach Alter müssten Zuchtböcke 50 bis 60 Muttertiere aus einer Herde decken.

Experten bewerten die Zuchttiere unter anderem nach Körperbau, Gewichtszunahme, Zahnstatus sowie das „Fundament“, also die Qualität der Beine. Vor der Auktion wurden die Tiere per Ultraschall untersucht. Die höchsten Preise erzielen diesmal die Zuchttiere von Theo Bous aus Rheinland-Pfalz.

Während Bous die Tiere durch die Auktionsrunde führt, steigt der Preis bis zum höchsten Gebot des Tages: 4000 Euro.


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