Bundesagararministerin in MV : Julia Klöckner: „Es ist dramatisch“

Da wächst nichts mehr: Julia Klöckner (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin, informiert sich über die Trockenheitsschäden im Wald.
Da wächst nichts mehr: Julia Klöckner (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin, informiert sich über die Trockenheitsschäden im Wald.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner macht sich ein Bild von den Dürreschäden in Mecklenburg-Vorpommern.

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06. September 2018, 20:45 Uhr

Um die Klima-Probleme der Wälder in Deutschland zu bewältigen, will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) einen Runden Tisch gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und Verbänden einberufen. Sie sehe die Lage im Wald mit großer Sorge, sagte Klöckner gestern bei einem Besuch der Forstbetriebsgemeinschaft Bansow bei Lalendorf (Landkreis Rostock).

Sie wollte sich dort ein Bild von den Auswirkungen der extremen Trockenheit in diesem Jahr machen. „Es ist dramatisch. Die Schäden werden uns sehr lange begleiten und auch für kommende Generationen noch spürbar sein“, meinte sie. Gebraucht würden klimaresistentere Bäume und ein guter Mix aus Baumarten. Das Thema Wald werde sie auch auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern im Herbst setzen, kündigte Klöckner an.

„Es ist fünf nach zwölf“, sagte der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Waldverein Bansow, Holger Weinauge. Der Betrieb bemühe sich, mit anderen Baumarten die Wälder klimaresistenter zu machen. „Doch uns sterben die Alternativen weg“, sagte er und verwies auf vertrocknete Douglasien und Vogelkirschen. Wegen des Eschensterbens aufgrund eines Pilzes würden Erlen gepflanzt.

Markt für Holz ist eingebrochen

Doch in diesem Sommer seien sogar 80 Prozent der neu gepflanzten Erlen auf Moorstandorten eingegangen, berichtete Weinauge. Die Buchen hätten alle Früchte verloren, so dass eine natürliche Verjüngung nicht mehr möglich sei. Die Fichten seien vom Borkenkäfer befallen. Geschädigte Bäume würden innerhalb weniger Wochen absterben, die Stämme müssten schnellstens aus dem Wald geschafft werden.  

Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) Philipp Franz zu Guttenberg, forderte einen Wald-Gipfel. Es gehe um den Erhalt der Wälder und ihrer Funktionen als Speicher von Kohlendioxid und Wasser, für die Holzgewinnung und die Erholung. Die Baumartenpalette müsse breiter werden, sagte er. Vertreter von Waldbesitzerverbänden wiesen darauf hin, dass derzeit nicht alle Baumarten gepflanzt werden dürften. Man müsse sich jetzt etwa in Südeuropa umschauen, welche Arten für das veränderte Klima in Frage kämen.

Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, forderte finanzielle Hilfen für die Waldbesitzer. Der Markt für Holz sei völlig eingebrochen. Gebraucht würden Mittel für Neu- und Nachpflanzungen, aber auch für den Bau von Holzlagerplätzen und Wegen dorthin. Schirmbeck sprach von 100 Millionen Euro jeweils von Bund und Ländern. Klöckner reagierte verhalten. Die Situation der Forstwirtschaft sei mit der in der Landwirtschaft nicht vergleichbar, wo Tiere sofort Futter bräuchten, meinte sie.

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