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Demokratische Tradition oder erzwungenes Machtinstrument? : Jugendweihe: Junge Union kontra Schwesig

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Die Junge Union hat Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) vorgeworfen, die Geschichte der Jugendweihe zu verklären. Die Jugendweihe sei in der DDR als Alternative zu Firmung und Konfirmation funktionalisiert worden.

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erstellt am 18.Apr.2011 | 06:04 Uhr

Schwerin | Die Junge Union hat Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) vorgeworfen, die Geschichte der Jugendweihe zu verklären. Die Jugendweihe sei in der DDR bewusst als Alternative zu Firmung und Konfirmation funktionalisiert worden, um die Ideen des Sozialismus zu transportieren, erklärte gestern der Landeschef der CDU-Nachwuchsorganisation, Marc Reinhardt. Jugendliche seien zur Teilnahme gezwungen worden, weil ihnen sonst Nachteile drohten. Man könne in keinem Fall von einer "guten demokratischen Tradition" sprechen. "Eine verkürzte Darstellung unter Auslassung der Instrumentalisierung der Jugendweihe in der DDR ist Verklärung."

Schwesig hatte am Sonnabend auf einer Jugendweihefeier in Schwerin zum Engagement gegen Intoleranz und Rechtsradikalismus aufgerufen. Die SPD-Bundesvize erinnerte an Rosa Luxemburgs Ausspruch "Die Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden". Luxemburg habe "leider in keiner freien Welt" gelebt und sei ermordet worden, so die Ministerin weiter. Die Gesinnungsgenossen der Mörder seien 1933 an die Macht gekommen und hätten verboten, was ihnen nicht passte: "So auch die gute Tradition der Jugendweihe, denn sie war eine demokratische Tradition." Zur Rolle der Jugendweihe in der DDR, wo die Nichtteilnahme an dem Gelöbnis auf Staat und Sozialismus mit schweren Nachteilen verbunden war, äußerte sich die Ministerin nicht.

Schwesig, 1974 in Frankfurt (Oder) geboren, hatte nach eigenen Worten 1988 an der Jugendweihe teilgenommen. Im vergangenen Jahr hatte sie sich mit ihrem Mann und Sohn im Schweriner Dom taufen lassen.

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