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Bundeswehr an Schulen in MV : Jugendoffiziere sehen sich akzeptiert

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Für die Mehrheit der Schüler in MV ist die Bundeswehr offenbar eine Selbstverständlichkeit. Diesen Eindruck haben Jugendoffiziere der Bundeswehr gewonnen, die im vergangenen Schuljahr an den Schulen eingeladen waren.

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erstellt am 30.Apr.2012 | 12:20 Uhr

Schwerin | Für die Mehrheit der Schüler und Schülerinnen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Bundeswehr offenbar eine Selbstverständlichkeit. Diesen Eindruck haben die Jugendoffiziere der Bundeswehr gewonnen, die im vergangenen Schuljahr zu knapp 120 Vorträgen und Veranstaltungen an den Schulen eingeladen waren. Auslandseinsätze wie jener in Afghanistan würden von den Jugendlichen "als gegeben hingenommen" und akzeptiert, wenn "Hilfs- und Wiederaufbauaspekte im Vordergrund stehen", heißt es im aktuellen Bericht der Jugendoffiziere an das Schweriner Bildungsministerium. Kritische Stimmen zum Afghanistan-Einsatz gebe es, wenn überhaupt, vor allem in den Abiturklassen der Gymnasien.

Die Jugendoffiziere betonen, dass ihre Einschätzungen subjektiv seien und nicht empirisch erhoben wurden. Sie basieren auf den Kontakten mit den Schülern und Schülerinnen. An den Veranstaltungen mit den Jugendoffizieren nahmen rund 2500 Jugendliche teil. Sicherheitspolitik spiele in der Lebenswelt der Jugendlichen selten eine Rolle, stellen die Jugendoffiziere fest. Auch über die konkrete Rolle der Bundeswehr in Afghanistan und deren Zusammenarbeit mit anderen Streitkräften wüssten manche Lehrer kaum mehr als ihre Schüler. "Unsere Vorträge werden dementsprechend dankbar aufgenommen", berichten die Jugendoffiziere.

Regionalschulen nutzen vor allem Besuche bei der Truppe, "um weitere Einblicke in die Institution Bundeswehr zu erhalten". Das Jagdgeschwader 73 in Laage, beim Panzergrenadierbataillon in Hagenow und beim Schnellbootgeschwader in Hohe Düne könnten Jugendliche etwas über den Alltag von Soldaten erfahren und diese auch nach ihren persönlichen Erlebnissen bei Auslandseinsätzen befragen. Die große Nachfrage nach diesen Besuchen könne kaum gedeckt werden.

Eigene Erfahrungsberichte der Lehrer und Schüler über die Vorträge der Jugendoffiziere hat das Schweriner Bildungsministerium nicht gesammelt. Bündnisgrüne, Linkspartei und die Lehrergewerkschaft GEW hatten in dieser Woche erneut gefordert, die Kooperationsvereinbarung des Ministeriums mit der Bundeswehr zu kündigen. Die Bundeswehr werde dadurch einseitig gegenüber Friedensinitiativen und anderen Bundeswehr-Kritikern bevorzugt, so der Vorwurf.

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