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V-Mann : Jugendliche Informanten: Polizei in Kritik

vom
Aus der Onlineredaktion

Deutsche Kinderhilfe: Warum wurde nicht das Jugendamt eingeschaltet?

Die Deutsche Kinderhilfe hat die Nutzung jugendlicher Informanten durch die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hart kritisiert. Informanten seien Menschen, die mit Verdächtigen zu tun haben und bereit sind mit ihnen zusammenzuarbeiten, um Informationen abzuschöpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kinderhilfe, Rainer Becker. Jugendliche dürften nicht dazu verleitet werden, sich in kriminellen Milieus zu bewegen und andere Menschen - zwar an den Staat - aber immerhin auszuspähen und zu verraten. „Welches Menschenbild sollen sie in ihrer künftigen Entwicklung verinnerlichen und dann im Erwachsenenalter weiterleben?“, fragte Becker. „Und welcher Polizeibeamte wäre bereit und in der Lage, die Verantwortung dafür zu übernehmen, wenn ein jugendlicher Informant enttarnt würde und dadurch Gefahren für Leib oder Leben ausgesetzt wäre?“

Becker forderte die Ermittlungsbehörden auf, auch in Fällen, in denen sich ein Kind oder Jugendlicher selbst für eine Zusammenarbeit anbietet, dieses abzulehnen. „Sie haben das zuständige Jugendamt darüber zu informieren, dass das betroffene Kind oder der betroffene Jugendliche ganz offensichtlich Hilfe benötigt.“ Für die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben des Innenministeriums ein 16-Jähriger mehrfach als Informant tätig gewesen. Er habe dreimal Informationen gegeben und einmal Geld dafür erhalten, sagte ein Sprecher. Der Jugendliche sei stets von selbst zur Polizei gekommen und sei nicht gezielt losgeschickt worden. Nach Erreichen der Volljährigkeit habe sich der junge Mann wieder gemeldet und sei V-Mann geworden. Aktuell sitzt er wegen krimineller Delikte in Haft.Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Landtag, Peter Ritter, hatte kritisiert, an diesem Beispiel könne man sehen, zu welchen Problemen die Nutzung Minderjähriger als Informanten führen könne.

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