Gesellschaftstänze beliebter : Jugendliche im Tanzfieber

In einem HipHop-Kurs ist die 15-jährige Isa (M.) a in der Tanzschule Schimmelpfennig in Rostock gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmern in Aktion. Immer mehr Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern zieht es in die Tanzschulen.
In einem HipHop-Kurs ist die 15-jährige Isa (M.) a in der Tanzschule Schimmelpfennig in Rostock gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmern in Aktion. Immer mehr Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern zieht es in die Tanzschulen.

Tanzschulen übertrumpfen sich: Walzer, Bachata, West-Coast-Swing, Videoclip-Dancing...

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17. März 2015, 12:00 Uhr

Immer mehr Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern zieht es in die Tanzschulen. „Mit großem Engagement kommen die Teenager für die Jugendweihe oder den Abiturball, um Gesellschaftstänze, aber auch kultivierte Umgangsformen zu erlernen“, sagte Christian Götsch vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV). Es seien jedoch nicht nur die jungen Leute, über deren Andrang sich die Tanzschulen freuen. Auch die Generationen 60+ und sogar 80+ überraschten seit gut fünf Jahren mit einem zunehmenden Interesse am Tanzangebot.

Tanzschulen gelten auch heute noch als „Benimmschulen“. Junge Heranwachsende nähmen das Angebot dankend an, gute Umgangsformen für den Alltag zu erlernen. „Sie kommen zu uns, da sie hier etwas für ihr späteres Leben lernen können. Auf beruflichen Veranstaltungen wollen sie mithalten können und sich nicht blamieren müssen“, sagte Wolfgang Wollgast von der Tanzschule Wollgast in Wismar.

Immer noch sind klassische Gesellschaftstänze die am meisten nachgefragten Stile. So verzeichnet die Tanzschule Magic-Dance in Rostock die häufigsten Anfragen von Jugendlichen und Erwachsenen nach Disco-Fox und Cha-Cha-Cha. Auffällig sei, dass es bei Magic-Dance mehr Männer als Frauen zum Tanzen zieht, sagt Magic-Dance-Leiter Rafael Murtasin. Dagegen sind es landesweit weiterhin die Frauen, die ihre Männer zum Tanzen animieren. Die Tanzschulen übertrumpfen sich mit einem bunten Angebot, das von Walzer und Bachata über West-Coast-Swing und Zumba bis hin zum Videoclip-Dancing reicht. Dabei werden Tänze aus Musikvideos nachgetanzt. Der Modetanz Zumba sei jedoch nicht mehr so gefragt wie vor wenigen Jahren. Vergleichbar sei dies mit dem rhythmischen Fitnesstraining Aerobic, das einen ähnlichen „Hype“ in den 80er-Jahren erlebt hatte. Bei diesen Stilen handele es sich eher um ein Fitnessprogramm als um ein Tanztraining. „Tanzbegeisterte finden auf Dauer darin nicht die gewünschte Befriedigung, weshalb die Nachfrage irgendwann nachlässt“, sagt Götsch.

In der ADTV-Tanzschule Schimmelpfennig in Rostock ist die Nachfrage nach Hip-Hop bei Jugendlichen besonders groß. Überwiegend seien es jedoch Mädchen, die sich für die Tanzart interessieren. Jungen in Mecklenburg-Vorpommerns Tanzschulen zieht es eher zu Breakdance. Insgesamt seien Jazz-Dance und Ballett weniger nachgefragt.

Damen und Herren weit über 80 halten sich nach Verbandsangaben fit mit Rollator-Tanz oder dem Club Agilando, einer Kombination aus Gymnastik und Partytänzen. Es gibt sogar Tanzprogramme speziell ausgerichtet auf Parkinson- oder Demenzkranke. Vielen Senioren gehe es mit der Zeit spürbar besser, betonte Götsch. „Auch das Gedächtnis wird durch das Tanzen trainiert.“

Diese Kurse werden in einigen der im Verband organisierten Tanzschulen angeboten. Künftig werde ein immer größerer Andrang von älteren Menschen in den Tanzschulen erwartet, da die Zahl von Senioren jährlich steigt und sich die positive Wirkung schnell herumspricht, erklärte Götsch.

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