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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 10:54 Uhr

Jugendliche ignorieren Vorsorge

vom

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 08:32 Uhr

Schwerin | Mit dem Alter ihrer Kinder lässt das Interesse der Eltern in Mecklenburg-Vorpommern an gesundheitlicher Vorsorge für den Nachwuchs immer mehr nach. Während die ersten U-Untersuchungen für Kleinkinder nach Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) noch zu mehr als 95 Prozent in Anspruch genommen werden, sinkt die Inanspruchnahme bei der U9, die im Jahr vor der Einschulung fällig wird, auf 89 Prozent.

Geradezu Besorgnis erregend sind die Zahlen bei Jugendlichen. Nur knapp 40 Prozent der 12- bis 14-Jährigen nutzen die ärztliche Vorsorgeuntersuchung J1. Bei diesem Arzttermin, bei dem die Eltern nicht mehr dabei sein müssen, steht neben der körperlichen auch die seelische Entwicklung im Fokus. Altersspezifische Themen wie Drogen, Essverhalten und schulische Probleme werden angesprochen.

Ein Erinnerungssystem, mit dem bereits die Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersungen für Säuglinge und Kinder gesteigert wurde, soll nun auch auf die J1 übertragen werden, so der Sprecher des Sozialministeriums, Christian Moeller. Das Lagus habe deshalb vor zwei Jahren eine Pilotaktion gestartet und Erinnerungsschreiben auch an Jugendliche und ihre Eltern versandt. "So konnten wir die Teilnahmequoten an der J1 in Mecklenburg-Vorpommern bereits um vier Prozent steigern", konstatiert Moeller. "Deshalb bleiben wir dran. Unser Ziel ist, dass mindestens jeder zweite Jugendliche diese wichtige Vorsorgeuntersuchung mitmacht und sich möglichst auch impfen lässt."

Das Lagus verschickt nicht nur die Erinnerungsschreiben, dort laufen auch die Informationen über nicht durchgeführte und nicht gemeldete Untersuchungen zusammen. Die Behörde leitet sie dann an die örtlichen Gesundheitsämter weiter. Im Jahr 2012 betraf das 4851 Fälle. Diese Fälle werden von den Gesundheitsämtern weiter verfolgt, bei Auffälligkeiten wird das Jugendamt vor Ort informiert.

Kinder- und Jugendärzte setzen unterdessen verstärkt auf soziale Netzwerke im Internet, um Jugendliche zu erreichen. Der 19. Kongress für Jugendmedizin in Weimar beschäftigt sich ab heute mit dem Thema.

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