Güstrow : John Brinckman jetzt Ehrenbürger

Bürgermeister Arne Schuldt (l.)  und Wolfgang Siegmund,   Vorsitzender der Brinckman-Gesellschaft.
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Bürgermeister Arne Schuldt (l.) und Wolfgang Siegmund, Vorsitzender der Brinckman-Gesellschaft.

Zum 200. Geburtstag würdigt die Stadt einen ihrer größten Söhne – und setzt ein Zeichen für Platt

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10. Juli 2014, 20:55 Uhr

Der niederdeutsche Dichter John Brinckman (1814-1870) ist posthum zum Ehrenbürger der Stadt Güstrow ernannt worden. Die Urkunde wurde gestern Vertretern der John-Brinckman-Gesellschaft bei einer Festveranstaltung im Gymnasium der Stadt überreicht. Die Gesellschaft hatte den Antrag gestellt. Ihr Vorsitzender Wolfgang Siegmund will dem Dichter mit der Ehrenbürgerwürde mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Bisher stehe Brinckman immer im Schatten von Fritz Reuter (1810-1874). „Wir wollten ein Zeichen setzen, dass Brinckman große Verdienste für die hochdeutsche und die plattdeutsche Sprache hat.“ Der Dichter hatte plattdeutsche Gedichte und Erzählungen geschrieben, darunter Werke wie „Kasper Ohm un ick“ und „Von Anno Toback“. Er habe Güstrow mit seinem Wirken weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntgemacht, teilte die Stadtverwaltung mit. Als Abgeordneter des Güstrower Bürgerausschusses habe er sich auch für bessere Schulverhältnisse eingesetzt.

John Frederic Brinckman wurde am 3. Juli 1814 in Rostock geboren. Er studierte in Rostock Jura und wurde wegen versuchten Hochverrats zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Von 1839 bis 1842 versuchte er sein Glück in den USA, kehrte aber nach Mecklenburg zurück. 1849 erhielt er an der neu gegründeten Güstrower Realschule eine Lehrerstelle. Von 1854 an schrieb John Brinckman plattdeutsche Gedichte und Erzählungen, die ihn zunehmend bekanntmachten. Er starb am 20. September 1870 in Güstrow.

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde nach dem Tod ist selten, kommt aber ab und zu vor. So ernannte Berlin die Schauspielerin Marlene Dietrich zehn Jahre nach deren Tod zur Ehrenbürgerin. Dem Zeichner Heinrich Zille wurde diese Ehre 1970 zuteil und damit 41 Jahre, nachdem er gestorben war.

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