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Abrüstung : Jobs und Natur statt Kasernendrill

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Millionen Euro für den Umbau militärischer Objekte

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Schwerter zu Pflugscharen. Im Jahr seiner Gründung 1990 standen in Mecklenburg-Vorpommern 65  000 Soldaten der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte und ebenfalls 65  000 Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) unter Waffen. Nach Auflösung der NVA 1990, dem Abzug der Russen Anfang der 90er Jahre und nach zwei Bundeswehr-Strukturreformen 2001 und 2011 sind heute nur noch 11    200 Soldaten im Nordosten stationiert.

Abrüstung kostet Geld. Laut Konversionsbericht der Landesregierung für das vergangene Jahr wurden betroffene Standorte von 2007 bis 2015 mit 49,3 Millionen Euro gefördert. „Konversion militärischer Liegenschaften in zivile Nutzung ist kein Selbstläufer“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Beispiel Peenemünde (Vorpommern-Greifswald). Das ehemalige Gelände der Heeresversuchsanstalt der Wehrmacht im Norden der Insel Usedom wurde bis 1990 von der Volksmarine und den NVA-Luftstreitkräften genutzt. Der Schwerpunkt liegt heute auf der touristischen Entwicklung des historischen Ortes, an dem Raketen und Flugkörper auf höchstem technischen Niveau für verbrecherische Ziele entwickelt wurden. Im vergangenen Jahr stellte das Land 1,3 Millionen Euro für eine Aussichtsplattform auf dem Kesselhaus des Historisch-Technischen Museums zur Verfügung, zu der ein gläserner Fahrstuhl führt. Zur Verbesserung der touristischen Attraktivität des Ortes soll zudem der Hafen mit einer repräsentativen Promenade und Liegeplätzen für Flusskreuzfahrtschiffe ausgebaut werden. Kosten: 2,9 Millionen Euro.

Beispiel Eggesin (Vorpommern-Greifswald). Die Artillerie-Kaserne Eggesin-Karpin wurde im September 2015 von der Bundeswehr übergeben. Für die 135 Hektar große Fläche sind Photovoltaikanlagen und Gewerbeansiedlungen vorgesehen. Die Kosten für die Bauleitplanung und Erschließung werden derzeit auf 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Beispiel Lübtheen (Ludwigslust-Parchim). Im Juni 2015 wurde das 6300 Hektar große Gelände des bis 2013 militärisch genutzten Truppenübungsplatzes unter Naturschutz gestellt. Das „Nationale Naturerbe“ soll für sanften Tourismus erschlossen werden. „Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Naturerlebnisangebote, Aktivtourismus, Motorsport-Angebote und Jugendfreizeit-Aktivitäten konzentrieren sich auf den Randbereich des ehemaligen Übungsplatzes“, werden die Ziele im Bericht der Landesregierung beschrieben.

Beispiel Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen). Auf dem ehemaligen Flugplatz der sowjetischen Streitkräfte in Pütnitz will die Stadt Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) ein touristisches Großprojekt bauen. Auf 232 Hektar soll ein Urlaubsresort mit 3500 Betten, einem Hafen, Golfplätzen und vielen weiteren Einrichtungen entstehen. Die Pläne sind umstritten. Geplant: Investitionssumme 240 Millionen Euro.

Beispiel Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte). 2016 wird der Militärstützpunkt Basepohl, auf dem mehr als 4000 Soldaten stationiert waren, endgültig geschlossen. Auf dem bereits freigezogenen Nordteil ist ein Gewerbegebiet entstanden. Alle Grundstücke sind dort inzwischen verkauft und 90 neue Arbeitsplätze entstanden. Außerdem wurde auf dem Gelände eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet.

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