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Bedrohte Insekten : Jetzt kommen die Schlossbienen

vom

20000 Tiere sollen künftig den Landtag in MV bevölkern. Derweil wurde eine seltene Wildbiene auf dem Gut Klepelshagen entdeckt.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Der Landtag bekommt ein eigenes Bienenvolk. Im Frühsommer sollen 20.000 Bienen in einen Bienenstock auf dem Dach des Schweriner Schlosses einziehen. „Landtagsdirektor Armin Tebben hat zugesagt, unser Anliegen wohlwollend zu begleiten, jetzt folgt die erste Begehung im Schloss“, freut sich Volker Janke vom Freilichtmuseum Schwerin, der den Antrag gestellt hatte. Ihm geht es um die politische Aufmerksamkeit für die bedrohten Insekten. Janke hat auch schon einen Namen für den Honig: „Schlossbienenhonig“. Auch auf dem Bundestag gibt es ein Bienenvolk.

Seltene Bienenarten auf Gut Klepelshagen entdeckt

Mehr als 100 Wildbienen-Arten hat ein Biologe bei einer Untersuchung auf dem Gut Klepelshagen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) nachgewiesen. Zu den Überraschungsfunden zähle die Wollfüßige Blattschneiderbiene, teilte die Deutsche Wildtier-Stiftung am Montag mit. Ziel der Untersuchung auf dem gut 2500 Hektar großen Gelände der Stiftung sei eine systematische Bestandsaufnahme der Wildbienen-Arten gewesen. „Ich kenne keinen Agrarbetrieb in Norddeutschland, der annähernd an das Wildbienen-Spektrum von Wildtierland Gut Klepelshagen heranreicht“, sagte der Biologe Christian Schmid-Egger, der das Monitoring durchgeführt hatte. 21 der gefundenen Arten stünden auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, hieß es weiter.

Die Ergebnisse sollen helfen, trotz Bewirtschaftung des Gutes die Lebensräume der Tiere zu erhalten und zu verbessern. Auf dem Gut wird gejagt und Rinderzucht und Forstwirtschaft betrieben. Bienen seien von der Bewirtschaftung besonders betroffen, weil sie häufig besonders anspruchsvoll bei Nahrungs- und Nestwahl sind. Die in Klepelshagen nachgewiesene Felsen-Mauerbiene etwa brauche Ritzen in Mauern oder Steinhaufen zum Nisten. „Durch Maßnahmen wie das Aussähen von Blühstreifen und den Erhalt alter Mauern und Steinhaufen werden zusätzlich Lebensräume geschaffen“, sagte Schmid-Egger.

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