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Schweriner See : Jetzt Hoffnung statt Streit auf der Insel

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Auf Kaninchenwerder hat die touristischen Vorsaison bereits begonnen. Wochentags ist auf der Insel ein Imbissverkauf von 10 bis 16 Uhr im historischen Haupthaus geöffnet. Von Mai an werde dann täglich geöffnet.

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 11:59 Uhr

Schweriner See | Auf Kaninchenwerder hat die touristischen Vorsaison bereits begonnen. Wochentags ist auf der Insel ein Imbissverkauf von 10 bis 16 Uhr im historischen Haupthaus geöffnet, bestätigte Thomas Littwin, Geschäftsführer des Verbunds für Soziale Projekte (VSP). "Auch die neue Toilettenanlage ist nach der Reparatur einiger kleiner Frostschäden jetzt wieder benutzbar und die Arbeiten zum weiteren Ausbau der Infrastruktur und zur Vorbereitung der Hauptsaison laufen auf vollen Touren", berichtet Littwin.

Von Mai an werde die Inselgastronomie dann sogar sieben Tage die Woche mit einem gehobenen Imbissangebot geöffnet, versichert der VSP-Chef. Dann könnten zudem auch wieder der Aussichtsturm und die Naturschutz ausstellungen besichtigt werden. Zur Erlebniswelt neu hinzukommen werde in diesem Sommer eine Schauwerkstatt für jene Handwerkstechniken, die in dem Jugendprojekt "Insel der Chancen" den benachteiligten Jugendlichen vermittelt werden. "Die Förderung für diese besondere Bildungsmaßnahme durch die Europäische Union steht bis 2014", bestätigt Littwin. Genutzt werden können von den Inselbesuchern zudem die frisch angelegte Feuerstelle, Bänke und die Liegewiese. Neu ist auch ein Backofen. Geplant sei für dieses Jahr zudem ein attraktiver Kinderspielplatz. Der ehemalige Garten der einstigen Insel-Dauerbewohner soll als Küchengarten für die Gastronomie ausgebaut werden.

Das Projekt "Insel der Chancen" habe sich bewährt, fasst der VSP-Geschäftsführer zusammen. Die Jugendfirma leiste solide Arbeit, benachteiligten jungen Leuten könne nachhaltig geholfen werden. Und Littwin hofft, dass nun auch die alten Streitereien endgültig begraben seien.

Und davon gab es ja diverse. Nicht nur innerhalb des Jugendprojektes um Kompetenzen. Auch viele Schweriner waren und sind besorgt, dass durch unklare Strukturen oder durch ein ihrer Meinung nach unzureichendes Engagement der Betreiber der Naherholungscharakter von Kaninchenwerder leide. Eine Gruppe von Sportfischern um Joachim Albrecht beispielsweise hatte einen Aufruf an die Stadt ausgelegt, Sorge dafür zu tragen, dass die Insel einen höheren Stellenwert als Ausflugsziel für Urlauber und Einheimische bekommt. Die Forderung bekam regen Zuspruch, innerhalb kurzer Zeit fanden sich 66 Unterzeichner. Die Anregungen von Joachim Albrecht und weiteren Sportfischern, Wassersportlern und Naturfreunden betreffen zwei Hauptfelder: mehr Ordnung und Sauberkeit sowie geregelte Gastronomie. Beide Kritikpunkte dürften jetzt ausgeräumt sein, hält Thomas Littwin dagegen und verweist auf die positiven Entwicklungen und neuen Regelungen. Das sieht auch Umwelt- und Tourismusdezernent Dr. Wolfram Frieders dorff so. "Wir sind auf gutem Wege, Kaninchenwerder als Naherholungsgebiet zu profilieren. Die Grundvoraussetzung dafür, die Infrastruktur, ist geschaffen. Es gibt langfristige Verträge und Planungssicherheit. Die Zusammenarbeit vieler Partner ist organisiert, beispielsweise die Einbeziehung der Naturschutzstation Zippendorf. Jetzt müssen wir nur noch das letzte große Projekt in trockene Tücher bringen, die Sanierung des kleinen Hafens", erläutert der Dezernent. Doch schon jetzt sei Kaninchenwerder immer einen Ausflug wert.

Das bestätigt Dr. Birgitta Tremel, die Leiterin der Naturschutzstation Zippendorf, gern. Die Ausstellung in der alten Blockhütte zum Seeadler von Kaninchenwerder mit vielen exklusiven Fotos sei sehenswert, auch die Natur habe jetzt schon viel auf der Insel zu bieten, zum Beispiel die hohen Buchenwälder, die von früherer Weidewirtschaft zeugenden Hudebäume mit ihren vielen Stämmen, auch Buschwindröschen und Lerchensporn würden bald ihre Blüten zeigen. Von Mai an sei dann eine große Vielfalt von Libellen zu beobachten, im Juni folgen die Schmetterlinge in vielen Arten. "Naturfreunde können auf Kaninchenwerden immer etwas Interessantes entdecken", verspricht sie.


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