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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 08:44 Uhr

Jedes zehnte Kind an einer Privatschule

vom

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erstellt am 17.Apr.2012 | 08:10 Uhr

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern lernen knapp 10 von 100 Kinder und Jugendlichen an privaten Schulen, mehr als in den meisten anderen Bundesländern. Das geht aus einem Vergleich des Statistischen Bundesamtes zum Anteil von Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden Privatschulen hervor: Mit 9,3 Prozent liegt Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 4 hinter Bayern (11,3 Prozent), Hamburg (10,7) und Bremen (9,9). Am Ende der Rangliste finden sich Hessen (6,5), Niedersachsen (5,8) und Schleswig-Holstein (4,3).

Um die Entwicklung der Privatschullandschaft zu verdeutlichen, haben die Bundesstatistiker aus Wiesbaden die Situation in den Schuljahren 2000/2001 und 2010/11 gegenübergestellt. In diesem Zeitraum hatte sich in den neuen Bundesländern überhaupt erst ein Netz von Schulen in freier Trägerschaft als Ergänzung des öffentlichen Bildungsangebotes etabliert. Mecklenburg-Vorpommern konnte im Verlauf der zehn Jahre den größten Schüler-Zuwachs verzeichnen: Von 1,8 Prozent ging es um 7,5 hinauf auf 9,3. Während es 2001 nur 34 Privatschulen gab, sind es mittlerweile 74, darunter allein 50 Grundschulen.

Nicht zuletzt ist der Nordosten, der in Bildungsberichten zuletzt nur selten punkten konnte, laut Bundesstatistik derzeit das einzige neue Bundesland, das beim Anteil der Privatschüler über den Bundesdurchschnitt von 8,2 Prozent kommt. Dahinter folgen Brandenburg (8,2), Sachsen (8,1), Thüringen (7,0) und Sachsen-Anhalt (6,7).

Christian Schneider, Geschäftsführer Nord im Verband der Privatschulen, warnt indes vor einer Überbewertung der Zahlen. Aus seiner Sicht kommen sie aufgrund zweier gegenläufiger Tendenzen zustande: Hier zu Lande sei die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler so rapide gesunken, dass sich schon der "mäßige Anstieg bei den Privatschulen" überproportional auswirke. "Zur Veranschaulichung: Sogar ohne einen einzigen Schüler mehr wäre der Anteil der Privatschüler an der abnehmenden Gesamtschülerzahl gewachsen", erklärt er und betont: "Die Zahl der Privatschüler wächst auf niedrigem Niveau." Immerhin sei die Nachfrage ungebrochen, obwohl sich "die Gründungsbedingungen für Privatschulen nicht verbessert haben", so Schneider. Erst im vierten Jahr ihres Bestehens bekommt eine Privatschule vom Land 85 Prozent der Lehrerpersonalkosten, die einer vergleichbaren staatlichen Schule zugestanden werden. Dafür stehen 70 Millionen Euro im Landeshaushalt 2012. Fast zwei Dutzend freier Schulträger hatte vor Jahresfrist gegen die Bemessungsgrundlage der Zuschüsse geklagt. Mit einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes sei auf absehbare Zeit nicht zu rechnen, wie Christian Schneider einschätzt.

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