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Gemeinden streben autarke Energieversorgung an : Jedes fünfte Dorf auf Ökokurs

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Die Bürgermeister in MV nehmen ihre Energieversorgung selbst in die Hand. Jede fünfte der 814 Gemeinden des Landes ist auf dem Weg zum Bioenergiedorf.

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erstellt am 08.Apr.2011 | 08:46 Uhr

Schwerin/Güstrow | Die Bürgermeister in MV nehmen ihre Energieversorgung selbst in die Hand. Jede fünfte der 814 Gemeinden des Landes ist auf dem Weg zum Bioenergiedorf. 68 Gemeinden haben die Verträge bereits festgezurrt. Weitere 106 Kommunen mit 300 Dörfern und Ortsteilen haben ernsthaftes Interesse an einer autarken Energieversorgung bekundet, teilte gestern das Landwirtschaftsministerium bei einer Fachtagung in Güstrow mit.

Der Trend geht zum Öko-Strom: Derzeit werden etwa 380 000 Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern mit Strom aus Biogasanlagen und Biomasseheizkraftwerken, Solar- und Windkraftanlagen versorgt. Vor einem halben Jahr waren es lediglich 345 000. Damals plante nur jede achte Gemeinde des Landes künftig auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Anvisiertes Ziel sei es, dass künftig rund 500 Kommunen ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen können, kündigte Agrar-Staatssekretär Karl-Otto Kreer gestern an. Zunächst müsse man aber Beispieldörfer mit einer gut funktionierenden eigenen Energieversorgung haben, die andere für die neue Technologie motivieren könnten. "Wenn es jetzt in der Startphase klappt, dann entsteht eine Sogwirkung", so Kreer. So sei es beispielsweise Ziel des neuen SPD-Energiekonzeptes, bis zum Ende des Jahrzehnts 100 Prozent des Strom- und 50 Prozent des Wärmeverbrauchs durch erneuerbare Energien abzudecken. Kreer: "Ich glaube, das ist realistisch."

Daran glaubt auch Bertold Meyer: "Wenn man die Dynamik sieht, die jetzt in das Thema kommt, so ist 500 Dörfer ein realistisch machbares Ziel", erklärte der Leiter des Projektes Coaching Bioenergiedörfer, gestern in Güstrow. Die Umsetzung sei allerdings langfristig angelegt - zehn bis 15 Jahre würde es mindestens dauern, bis die Umstellung vollzogen sei, betonte Meyer. "Wir müssen nun lediglich sehen, dass auch die Gemeinden von dem Energiewandel profitieren." Besonders wichtig sei es, Chancen für den ländlichen Raum durch Wertschöpfung und Teilhabe zu sichern, so Meyer. Die Bürger müssten in die Öko-Umstellung einbezogen werden und davon profitieren. Eine weitere Motivation für den Umstieg auf selbst erzeugten Strom sei die Abkopplung von fossilen Trägern und damit auch von den führenden Energiekonzernen, so Meyer.

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