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Mecklenburg-Vorpommern

21. September 2017 | 23:28 Uhr

Kampagne : Jedes dritte Kind lebt in Armut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kammerchef, Zoo-Direktor: 100 Persönlichkeiten unterstützen Linken-Kampagne gegen Kinderarmut

In MV sind tausende Kinder von Armut betroffen: So lebten 2012 ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in MV in Familien, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland haben. Das geht aus einer Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hervor. Dieser Wert gilt als Schwelle zum Armutsrisiko.

Die Linke will das Problem in diesem Sommer ins Licht rücken, wie ihr Landtagsfraktionschef Helmut Holter ankündigte. Dazu sei eine Kampagne zwischen den beiden Kindertagen, dem traditionell vor allem im Osten begangenen Internationalen Kindertag am 1. Juni und dem UN-Weltkindertag am 20. September, geplant. Die Kampagne startet heute im größten Plattenbaugebiet Schwerins, dem Großen Dreesch. „Das Thema Kinderarmut ist zu wenig in der Öffentlichkeit“, kritisierte Holter.

Für die Kampagne konnte Holter eine erstaunlich überparteiliche Riege von 100 Persönlichkeiten als Unterstützer gewinnen. Dazu gehören laut Holter der Rostocker Zoodirektor Udo Nagel, der Rostocker IHK-Präsident Claus Madsen und der Vorsitzende des Vereins Deutsche Kinderhilfe, Rainer Becker. Zudem sei eine Fachkonferenz zur Kinderarmut mit Wissenschaftlern und Fachleuten der Kinder- und Jugendhilfe geplant. Holter forderte mehr Anstrengungen der Regierungen in Schwerin und Berlin. Das Bildungs- und Teilhabepaket sei zwar ein guter Beitrag. Es packe das Übel aber nicht an der Wurzel.

Nach Ansicht von Landessozialministerin Birgit Hesse (SPD) kann Kinderarmut vor allem mit bundespolitischen Mitteln bekämpft werden. Das hatte Hesse jüngst im Landtag gesagt. Dort verwies sie auch darauf, dass das Land in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit versuche, über Spezialprogramme langzeitarbeitslose Eltern in reguläre Jobs zu bringen.

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