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DLRG fordert mehr Schwimm-Unterricht : Jedes dritte Kind kann nicht schwimmen

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Die Schattenseite des Sommers: Allein im Juli starben 13 Menschen bei Badeunfällen in den Gewässern MVs. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) schlägt Alarm: Viele Kinder lernen nicht mehr richtig schwimmen.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 12:15 Uhr

Schwerin | Die Schattenseite des Sommers: Allein im Juli starben 13 Menschen bei Badeunfällen in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) schlägt Alarm: Viele Kinder lernen nicht mehr richtig schwimmen. Nach einer Umfrage der Gesellschaft können 45 Prozent der Viertklässler in Deutschland nicht sicher schwimmen. Ein Viertel der Schüler hat nicht einmal das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“, für das Kinder lediglich 25 Meter schwimmen müssen. Das DRK geht davon aus, dass 30 Prozent der Zehn- bis Zwölfjährigen nicht schwimmen können.

„Unser Urlaubsland macht da leider keine Ausnahme, wir beobachten diese Entwicklung seit Jahren mit Sorge“, sagte Armin Jäger, DLRG-Präsident in MV, gegenüber unserer Redaktion. Viele Eltern würden sich auf den Schwimmunterricht in der Schule verlassen. Doch der reiche häufig nicht aus. Ein Problem seien die fehlenden Schwimmhallen. Der DRK-Landesverband hat deshalb die Aktion „Rette sich wer’s kann – Schwimmen lernen im Kindergarten“ ins Leben gerufen, an der sich bereits 51 Kitas beteiligen. Schwimmkurse bietet auch die DLRG im Land an. „Unsere Schwimmlehrer arbeiten ehrenamtlich“, sagte DLRG-Präsident Armin Jäger. Ehrenamtlich arbeiten auch die 1600 Rettungsschwimmer, die in der Sommersaison die Strände und Badestellen im Land bewachen.

Das Bildungsministerium teilte auf Anfrage mit, dass das Schulschwimmen in allen Rahmenplänen verankert ist. „Schwimmen findet in der Regel in der 3. oder 4. Jahrgangsstufe halbjährlich in einer Doppelstunde pro Woche statt“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Doch diese Vorgaben können nur Schulen in großen Städten und im Umland erfüllen. Denn auch aus Sicht des Ministeriums sind die fehlenden Schwimmhallen ein Problem. „Leider können wir auf den Erhalt von Sportstätten keinen Einfluss ausüben“, so die Sprecherin. Alternativ könnten aber auch bei fehlenden Schwimmhallen von Schulen Schwimmkurse über eine Woche angeboten werden. Schulen nutzen so den Zeitraum kurz vor den Sommerferien in den Freibädern oder Badeseen. Doch wenn die großen Ferien wie in diesem Jahr sehr früh beginnen oder das Wetter nicht mitspielt, könne es schon passieren, dass der Schwimmunterricht nur eingeschränkt oder gar nicht durchgeführt werden kann, teilte das Ministerium mit.

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